Endproben, Räuchern, Vorsätze und Vogelmiere

Ich bin in Österreich in den Bergen und wohne in einer WG im 8.Stock eines Plattenbaus. Mit zwei Kollegen, die halb so alt sind wie ich. Ich habe eine herrliche Sicht auf den See und in zwei junge Gesichter. Fühle mich sehr jung einerseits und bin andererseits echt froh und dankbar, dass ich schon so viel gutes Leben gelebt habe.

Noch 9 Tage bis zur Premiere, selten habe ich eine so lockere, freundliche Truppe erlebt, ich habe viel Spaß.

Es ist die Zeit der Rauhnächte, die Zeit des Übergangs, die Saturnzeit. Ende und Neubeginn.

In dieser Zeit „zwischen den Jahren“ ist die Verbindung besonders stark zu den, wenn man so will, anderen Welten. Wir haben die Gelegenheit, in Kontakt mit den Geistern zu treten.

Okay, an dieser Stelle habe ich jetzt schon viele Leser verloren. Wir sind alle so aufgewachsen, dass das Schmarrn ist, Spuk und Märchen, dass keine Geister existieren und dass es für alles eine Erklärung gibt.

Mal ehrlich, warum eigentlich nicht? Warum sollte es keine Geister geben? Warum sollten wir sie nicht wahrnehmen können? Es gibt das Gorillaexperiment von zwei amerikanischen Forschern, die unsere selektive Wahrnehmung untersuchten. Kann man sich im Netz anschauen. (lieber gleich, erst machen, danach weiterlesen, sonst ist die Überraschung weg) Wir nehmen das wahr, was wir wahrnehmen wollen und was wir erwarten. Den Gorilla sehen immerhin die Hälfte der Leute nicht, die an dem Experiment teilnehmen, das doch Gorillaexperiment heißt.

Und das Wort Mär bedeutet „wahre Botschaft aus geistigen Welten“, Märchen sind Bilder, passende, wahre Bilder, und in dem Sinn also auch wahre Geschichten. „Vom Himmel hoch, da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär“, das Lied von Luther haben wir doch alle gerade gesungen. Das war damit gemeint.

Heute leben wir in einer Welt, die an Materie und Energie glaubt. DAS ist der eigentliche Aberglaube für mich. Immer haben die Menschen diese Wesenheiten wahrgenommen, erst heute verschließen wir uns dem. Es geht um die Imagination, um das Wahrnehmen der Beseeltheit der Natur, die uns umgibt, die uns nährt und immer da ist, uns zu helfen.

Was ich sagen will, wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten, Zwerge, Wesen, Geister, wahrnehmen zu wollen, dann sind die auch wirklich da. Davor muss man nicht Angst haben, das passiert nicht wie in einem Walt-Disney-Film mit viel Getöse und Qualm und Licht. Das passiert in unseren Träumen, da kann niemand es leugnen, das passiert, wenn wir still werden und schauen, welche Bilder aus uns herauskommen und in der Natur passiert es am eindrucksvollsten und nach und nach können wir merken, dass es uns eigentlich ständig und immer umgibt.

Und jetzt, in den Rauhnächten ist dies Erlebnis besonders einfach herzustellen, da sind die Tore besonders weit offen.

Es gibt viele, mehr oder weniger strenge Rituale, nach denen man räuchert. Schon wieder eine Wissenschaft für sich, mit viel Hokuspokus und so. Für mich geht es dabei in erster Linie darum, durch den Rauch eine Konzentration zu schaffen, einen Zeitrahmen, währenddessen wir nichts anderes tun als uns darauf einzulassen. Und dann schauen wir mal, welche Wünsche, Fragen sich auftun und gehen in unserer Wohnung von Raum zu Raum mit unserem Rauchwerk.

Bamm! So einfach ist das. Das ist der ganze Zauber.

Bin mal gespannt, wer sich das traut und was dem so alles passiert. Wichtig ist, zu erwähnen, dass das Universum keine negativen Wünsche kennt. Man sollte seine Wünsche also immer positiv formulieren! Wenn man sich z.B. wünschen würde, sich „nicht das Bein zu brechen“ oder so, könnte es sein, das genau das passiert!

Salbei eignet sich gut, Beifuß und Weihrauch. Auf geht’s!

Allein die Beschäftigung mit einer Frage oder einem Wunsch verändert uns und unsere Energien. Der Rauch, das Ritual, das wir gestalten, verstärkt die Energie.

An Michaeli (29.9.) ist es dann Zeit, Bilanz zu ziehen, da kriegen wir sozusagen die Quittung für unsere eingehaltenen oder nicht eingehaltenen Vorhaben…

Der Brauch der Vorsätze stammt aus einer alten Zeit und weist auf den Saturn hin, den Wächter zwischen den Welten. Ein Überbleibsel uralter Rituale.

Als letztes für heute wollte ich auffordern, rauszugehen und Vogelmiere zu suchen. An geschützten Stellen wächst sie auch jetzt und versorgt uns mit frischer Energie. Wir können sie pflücken ( am besten abschneiden, sonst reißt man leicht die ganze Pflanze raus) und essen, roh, schmeckt nussig und knackig oder püriert in Brötchenteig mischen und grüne Brötchen backen.

 

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