Buchenegg 2 – Heiß und kalt

„Bettina!! Wo bist du?“

Wir hatten wieder großartige Momente an diesem Wochenende. Es war wirklich heiß. Und dadurch wurde mir gerade die Kälte zum Verhängnis…

Kein Kind wurde geboren, niemand kam zu Schaden. Na ja. Ein bisschen vielleicht.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wald war das Thema und ich habe am Abend ein paar Geschichten aus der Mythologie erzählt, u.a. von Daphne, die in einen Lorbeerbaum verwandelt wurde, um sich vor Appollons Absichten zu schützen. Aber auch dadurch ließ er sich nicht gänzlich abschütteln, „dein Stamm bebt vor mir zurück und dennoch sollst du mir gehören, soll dein Laub meine Stirn, meine Leier, meinen Köcher umkränzen…“.

Naja, solche Baumnymphengeschichten halt.

Weil Bäume Wesen sind. Weil der Wald ein gigantischer, kommunizierender, organisierter Organismus ist. Nicht hier Mensch, da Baum, nein, irgendwie eins. Echt. Wirklich. War auch schon immer so. Eine Ahnung davon wollte dieser Kurs vermitteln.

Ein paar Frauen übernachteten draußen am Schwimmteich. Wurden nicht von Schnecken oder anderen Geistern belästigt.

Und früh ging es an die Wasserfälle, gigantisch, überwältigend, frisch und, – 7 Uhr morgens! – kalt. Dass einen das immer so unerwartet trifft. Kalte Steine, kalte Nieren… Dazu später mehr.

Das erste Frühstück. Ich hatte gebeten, dass jeder ein bisschen Brotzeit mitbringt, legte meine Matte hin, drehte mich einmal um und – zack, lag das herrlichste vegetarisch-vegane Büffet vor meinen Füßen! Wraps und Pralinen, Pflanzerl, Pasteten, Kuchen, Obst, Gemüse, Wahnsinn!

Wir aßen, ich erzählte, wie die Wissenschaft bestätigt, dass die Waldluft guttut. Und wie und warum. Merkte dabei nicht, wie etwas in mir hochkroch… Beim Aufstieg wurde uns wieder warm, lange standen wir auf der Hängebrücke, über uns die Sonne und der blaue Himmel, unter uns das Tosen des Wassers und ein paar haben ganz magische Bilder gemacht, weil man nur auf den Fotos die Sonnenstrahlen sieht, wie sie durch den Rauch eines Feuers sichtbar wurden.

Zurück auf dem Hof wurde es ernsthaft. Heiß. Alles stand still. Baden und in den Büchern stöbern war alles, was ging.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Ramblerrose im alten Kirschbaum

Um fünf gingen wir schließlich hoch in den Wald, eine lange heiße Strecke lag vor uns. Umso stärker war das Gefühl, als wir schließlich den Wald betraten. Wie in einer heißen, südlichen Stadt eine große Kirche betreten, so ein Moment war das. Das sollte auch so sein, ich war glücklich, dass es so spürbar war. Wir gingen zur Lichtung und setzten uns und schwiegen. Die Insekten schienen sehr aufgeregt und einige bekamen es mit der Angst zu tun, völlig verstochen zu sein, wenn wir nach Hause gehen würden.

Wir machten eine Atemübung, um so viel wie möglich von dem „Heiltrunk“ Waldluft in unseren Körper zu lassen. Und dann suchte sich jeder einen Baum. Ich blieb auf der Lichtung und schlief sofort ein. Der Wald war für diese Erfahrung so besonders geeignet, weil er so wild und verlassen ist. Es fühlt sich sehr beschützt an, dort zu sein. Sogar ich gehe dort gern allein hin, obwohl mir sonst schnell unheimlich wird. Dort nie. Und die Insekten beruhigten sich auch und keiner wurde gestochen.

Eine dreiviertel Stunde später wollte ich laut jodeln, das fand ich ein passendes Signal, damit alle wiederkommen, aber wie auf ein Zeichen kamen alle von selbst, mit leuchtenden Augen, manche mit ganz verklärtem Gesichtsausdruck und einige berichteten von ihren Zwiegesprächen mit dem Baum. Klingt komisch, ist aber toll. Solche Momente können das Leben verändern.

Abends gab es ein Feuer, gegrilltes Gemüse und dann übernachtete ich auch draußen, zwischen den Birken. Ging gut. Nur Rücken. Deswegen war ich nicht gleich zur Stelle und alle saßen hungrig vor einem leeren Tisch, ich wurde massiert. Darum schallte es durchs Haus: „Bettina?!:::“ Und ich ging runter, wieder war in kürzester Zeit der Tisch reich gedeckt und wir aßen, fuhren zu Artemisia, bekamen eine wunderbare Führung von Tilmann in kochender Hitze und „Saluppe“ zum Essen.

Später hatte eine Entzündung über meine Blase gesiegt. Eine interessante Woche begann…

Nächste Kurse:

18.7. 11:00-13:30 Uhr im ÖBZ : „Calendula…“

26.7. 11:00-14:00 Uhr bei Opflanzt: ebenfalls „Calendula…“

Nächster Kurs in Buchenegg:
21.-23.8. „Wald und Wiese. Ernten und verarbeiten.“

Anmeldungen und weitere Informationen wie immer unter krautundueben@posteo.de

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s