Brennnessel, Retreat und Wald und Wiese

Weil man JETZT die Samen ernten kann!:

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                                                                                                                                            Urtica dioica

„Wenn die Brennnessel sich nicht so gut zur Wehr setzen könnte, gäbe es sie gar nicht mehr.“, lautet der mir liebste Spruch zu ihr. Sie ist derartig kostbar und hat so viel zu geben! Sie ist voller Vitalstoffe und eine der wenigen Pflanzen, die eisenhaltig sind. Und es gibt so viele Geschichten über sie.

Sie stärkt, gerade auch Schwangere und Stillende, ebenso wie Genesende, weil ihr Eisengehalt blutbildend wirkt. Als Gemüse gegessen, Tee getrunken, als Tinktur eingenommen, man kann gar nicht genug von ihr bekommen. Mein Lieblings-Wintermittel ist es, die getrockneten Samen zu essen!

Sie gilt als Meisterin der Essenzen, wir kennen sie vor allem als blutreinigende Pflanze, sie leitet über die Niere Giftstoffe aus und wirkt diuretisch, also entwässernd. Und weil sie diese Giftstoffe ausleitet, hilft sie gegen Gicht und Rheuma.

Sie kann sich gut abgrenzen und bringt einen mit ihren Brennhaaren sofort wieder ins Hier und Jetzt zurück, wenn man ihr unaufmerksam begegnet! Allerdings habe ich auch von manchem Fall gehört, wo sich Menschen mit starken Taubheitsgefühlen und Schmerzen in Gelenken diesen Effekt zunutze gemacht haben und sich damit stimuliert haben, so dass die Schmerzen verschwanden und das Gefühl zurückkam.

Im Frühjahr schneidet man die obersten Etagen ab und trocknet sie in der Sonne. Dabei immer wieder wenden. Ihre Wirksamkeit wird dadurch erhöht. Nicht viele Pflanzen vertragen es, in der Sonne getrocknet zu werden, aber sie schon! Wenn man sie nach ein paar Stunden in die Hand nimmt, zeigt sich ihr zweites Wesen, dann ist sie ganz weich und geradezu liebevoll. Das ist ihr Inneres, das sie so gut beschützt. Diese Eigenschaft macht sie auch für Allergiker interessant; sich nach außen besser abzugrenzen und innerlich Ruhe zu bewahren.

Die Dosierung ist einfach: trinke jeden Morgen eine Tasse Brennnesseltee, solange du das Bedürfnis danach verspürst! Sie muss nicht getrocknet werden, man kann auch die frische Pflanze mit heißem Wasser aufgießen.

Man kann sie auch wie Spinat essen und ab dem Hochsommer bildet sie grüne Früchte (auch Samen genannt), die jeder haben sollte! Wahre Power-Kügelchen, die nichts kosten und in keinem Haushalt fehlen sollten. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Die männlichen Samen hängen an schmalen Fädchen herab, während die weiblichen in Büscheln eher fast abstehen. Die wollen wir sammeln! Wenn man vorsichtig vorgeht, kann man die Samenfäden ohne Handschuhe abziehen. Auch sie sollten in der Sonne, am besten auf einem weißen Tuch liegend, noch einen Tag lang nachgetrocknet werden. Dann haben auch die kleinen Tierchen, die sich auch an ihr satt essen wollen, die Chance, wegzulaufen. Und danach jeden Tag essen, bei Bedarf und im Krankheitsfall jeden Tag einen Esslöffel. Auf Brot, im Müsli oder ins Essen gestreut, sehr gut auch in Olivenöl gebraten. Soll übrigens auch ein Aphrodisiakum sein, vor allem für Männer. Frauen hilft sie dabei, ihre Willenskraft zu entdecken und Kraft und Zähigkeit zu erfahren.

Ihre Fasern sind äußerst widerstandsfähig. In Kriegszeiten hat man Stoffe daraus hergestellt, die man heute noch unversehrt in Museen entdecken kann. Im Märchen hat die Schwester ihre „Sechs Schwäne“, zu denen ihre Brüder verwandelt wurden, befreit, indem sie sechs Jahre nicht gesprochen, sondern unter großen Schmerzen Hemden für sie aus der Brennnessel gestrickt hat.

Und noch eine Verwendung finde ich interessant: Man hängt eine Büschel im Sommer in der Küche auf, damit die Fliegen verschwinden. Und das Gegenmittel, wenn sie einen brennt, ist der Ampfer, der meist in der Nähe wächst; einfach ein Ampferblatt auf der Stelle verreiben.

Wer Lust hat, Pflanzen zu ernten und zu verarbeiten auf dem 7-Morgenhof in Buchenegg im Allgäu:

-Es gibt noch ein paar Plätze für den 21.-23.8. „Wald u Wiese, ernten und verarbeiten“ (s. letzter Eintrag)

-Und auch für das Retreat, den „Rückzug“, die Schweige-, Ernte-, Meditationswoche im Anschluss daran vom 24.8.abends bis 31.8. morgens. Jeden Tag 6 Meditationen à 25 min, 2 Stunden Landarbeit, 1 Stunde Lesung, 1 Stunde „Naturgang“, 3 Mahlzeiten.

Kosten: was jeder geben möchte…

Informationen und Anmeldungen: krautundueben@posteo.de

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