Teil 3 Bogotá und Villa de Leyva

 

…und schwups, ist die Reise auch schon fast wieder vorbei, die mir am Anfang schier endlos vorkam. Aber so lange war ich auch noch nie von zuhause, von den Kindern fort!

Wir sind in Bogotá, die Stadt, die wächst und wächst und nie fertig ist. Ein Moloch aus Backsteinen, auch viele der hohen Gebäude wie das, in dem wir wohnen, etwa 20 Stockwerke, sind großteils gemauert. Das schafft eine angenehme Atmosphäre, es ist nicht alles aus Beton, sondern aus lebendigerem, kleinteiligen Material.
Ich habe den Eindruck, dass hier jeder irgendwie arbeitet, irgendeiner Aufgabe nachgeht. Es ist so viel Energie hier, die Temperatur ist nicht sehr hoch, man macht Witze über die Touristen, die mit Flip-Flops anreisen und dann frieren. Und ein paar mal haben wir schon einen Regenguss erlebt, wie eine Überschwemmung. Alle stehen früh auf und dann geht’s los! Rumba! (Das heißt Party!)
Erst werden Eier gegessen zum Frühstück, jeden Tag. Man wird nicht gefragt, ob, sondern nur wie man die Eier möchte, gebraten, mit Zwiebeln und Tomate oder in einer Arepa (Maisfladen). Dazu Kaffee tinto (schwarz) und immer wieder Obst! Vor und oft auch nach jedem Essen, zwischendurch auf der Straße, frisch und sauber, lecker. Und ebenfalls zu jedem Essen und zu jeder Tageszeit gibt es Jugo, also frischen Saft. Orangen, Mandarinen (die sind hier beide grün), Ananas, Mango, Papaya, Brombeere, die kennen wir auch. Aber auch ganz andere Sorten, die ich nie gesehen habe. Probiere ich alles aus, bekommt mir gut! Brot gibt es selten, zum Essen dazu meistens Reis und Platanó, also Kochbananen in jeder Form…
Uns geht es hier gut!
Wir werden reich beschenkt mit wunderbaren Begegnungen, die uns Stück für Stück voranbringen auf der Suche nach „El Dorado“! Im ersten Teil der Reise haben wir die Tänzer gesehen, im zweiten ein Festival und einen Autoren getroffen und nun im dritten Teil sind wir in der quirligen Stadt und treffen Theaterleute und gehen unendlich viel zu Fuß von einem Treffen zum anderen, abends dann lieber mit dem Taxi, dann sind die Staus auch irgendwann weniger. Die Taxis sind kleine, gelbe Geschosse, die immer auf dem Sprung sind, sich in jede noch so kleine Lücke hineinzudrängeln.
Zwischendurch waren wir in Villa de Leyva und haben mit einer Theatergruppe Dörfer besucht, in denen sie zum einen aufgetreten sind, zum anderen mit den Kindern gearbeitet haben.
Und wir waren in einem magischen Wald und haben dort zufällig einen Troll getroffen. Wirklich. Herrmann Troll, ein deutschstämmiger Kolumbianer, der für die Kinder ein Gartenprojekt ins Leben rufen will auf seinem Grund.
Unterhalb der sieben Lagunen von Iguaqué, dem heiligsten Gebiet der Muiskas, wo die Göttin Bachué tief am Grund der einen Lagune als Schlange verwandelt leben soll. Der heiligste, magischste, kraftvollste Ort der Muiskas…

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