Furchtzwerge, Buch und Termine

Gundermann

Furchtzwerge

Immer noch spiele ich in Wien Theater, aber die Termine werden weniger und ich kann wieder mehr und mehr in die Arbeit im Grünen eintauchen. Wien im Frühling ist für jemanden wie mich eher schwer erträglich. Spätsommer war gut, ich war ja vorher viel draußen gewesen, Herbst und Winter waren kuschelig warm in den Kaffeehäusern, Theatern und Museen. Aber im Frühling! Da will ich raus!!

Da bin ich wie ein Bär, der nach dem Winterschlaf aufwacht und Licht, Luft und Sonne tanken muss. Und Grün. Und dafür ist Wien, zumal die Innenstadt nicht der richtige Ort: wenige Parks, die umzäunt sind und auch noch asphaltiert. Ja, ich weiß, der Wiener Wald usw! Aber der ist weit weg vom 8. Bezirk!

In einem dieser Parks bin ich spazieren gegangen, am Rathaus, wo immer noch die Parkwiesen von künstlichen Eisflächen bedeckt waren. Man kann spazieren gehen zwischen den Bäumen auf Schlittschuhen. Gut. Ich will mir lieber nicht vorstellen, was das für eine gigantische Energieverschwendung ist etc. Den ganzen Winter ging dieses Spektakel. Es sieht gut aus, zugegebenermaßen. Es ist immer gut besucht.

An dies em Tagwurden rund um den Park von lustigen Studenten, die dafür 10€ in der Stunde bekommen, Fruchtzwerge verteilt, als „gesunder“ Snack zum sportlichen Vergnügen. Auch konnte man seine Kleinen mit einem Fruchtzwerge-Tier fotografieren. Lustig, bunt, gesund. Danone gehört zu Nestlé, aber das nur nebenbei. Die Kinder fanden es toll, lecker, das Joghurt, das aussieht wie ein Spielzeug, die Eltern ließen sich beschenken. Pappige, fette Masse mit einer Fülle an Stoffe aus  der chemischen Industrie.

Was mich besonders genervt hat, waren nicht nur die bunten Plastikbecher, die noch in den umliegenden Straßen achtlos weggeworfen überall herumlagen. Mir ist bewusst geworden, dass ich durch die Werbung eigentlich gezwungen bin, ständig gegen meine Instinkte zu handeln. Möglicherweise ist das ein Grund dafür, dass wir oft nur so schwer wahrnehmen können, was uns guttut und was nicht. Wir müssen uns ständig wehren gegen süße Versprechungen, verschließen und abschirmen gegen die Verheißungen und unsere Reflexe unterdrücken.

In der Werbebranche sitzen lauter kluge Leute, die sich mit unseren Instinkten auskennen. Sie überlegen sich, wie sie uns erwischen, um unsere Bedürfnisse zu erwecken. Und selbst wenn wir wissen, dass  fast alles erlogen ist, was behauptet wird, erwischen sie uns doch irgendwie. Den Kindern gegenüber ständig als Spaßbremse auftreten, strengt an. Natürlich haben die Kinder den Haben-Wollen-Reflex, wenn ihnen die bunten Becher vor der Nase rumgewedelt werden.

Was so toll ist, ist eigentlich doof? Was ich haben will und haben kann, das darf ich nicht? Weil es ungesund und schlecht für die Umwelt? Gähn. Fruchtzwerg wird zum Furchtzwerg.

Genug.

Es gibt viel zu berichten. So viel! Mein Buch ist da, es gibt Kurse, Lesungen und eine Exkursion

Newsletter März, April, Mai

26.März, 11-14:00 bei o‘pflanzt is!

Wie in jedem Jahr wenden wir uns einmal den Knospen zu, der Gemmotherapie, diesem faszinierenden jungen Zweig der Pflanzenheilkunde, über die es in jedem Jahr viel Neues zu berichten gibt.

Zubereiten werden wir das Pappelöl, das gegen bakteriell und virale Hautinfektionen hilft. Hildegard von Bingen meinte, dass alle anderen Salben wirksamer würden, wenn man etwas Pappelöl hinzugebe.

Veilchenessig wird es zum Probieren geben, das blaue Wunder! Und ich bringe die Veilchensalbe aus der Hildegard von Bingen- Medizin mit, die so schön riecht und angewendet werden kann als Pflegesalbe für Narben und Verhärtungen.

 

9.April, 11-14:00 bei o’pflanzt is!:

Über die Bedeutung der Bäume als Heilpflanzen gibt es so viel zu erzählen, dass es einen Kurs darüber geben wird. Dabei kommen unsere Vorfahren und die uralten Gebräuche auch wieder einmal zur Sprache.

Passend zum Thema werden wir ein köstliches Erlenpesto herstellen.

Und als Kostprobe bringe ich eine besondere grüne Soße mit…

 

Lesungen:

°°°21.4., 19:30 in der Kommandohalle:

Zusammen mit o’pflanzt is! mache ich eine Veranstaltung in der Kommandohalle im Kreativquartier, Dachauer Str.114 am Leonrodplatz. Hurra! o’pflanzt is! präsentiert sich, es wird der Trailer von Mickel Rentsch, den er über den Garten gemacht hat, gezeigt, und ich lese aus meinem Buch vor. Außerdem wird es etwas zu essen geben.

Anmeldung erbeten (krautundueben@posteo.de) da beschränkte Platzkapazität, kein Eintritt, hungrige Spendenbox, Buchverkauf (mit Widmung, wer will…)

 

°°° 23.4. 19:30 Lesung in Wien in der Kräuterdrogerie, Kochgasse 34, Anmeldungen über die Kräuterdrogerie www.kraeuterdrogerie.at , Eintritt 15 €

 

°°°27.4. 20:00 Lesung im Restaurant „Rotwand eins“ in München

Im schönen, neuen Restaurant von meiner lieben (Schauspiel-)Kollegin Despina Pajanou gemütlich sitzen, lauschen und vorher oder nachher noch lecker essen, feiern… denn Ostern und die Fastenzeit sind vorbei!

„Rotwand eins“, Rotwandstr.1 in Giesing, U-Bahn Untersbergstr, Eintritt 12 €

 

5.-7. Mai in Buchenegg         ein paar wenige Plätze gibt es noch!

°°°° 5.5. 18:30 Lesung aus meinem Buch bei Artemisia in Stiefenhofen. Nähere Infos im Mai-Newsletter

Möglicherweise das letzte Mal, dass wir eine Exkursion ins Allgäu machen werden!

Diesmal wird der Kurs voraussichtlich bei Artemisia in Stiefenhofen beginnen, mit einer Lesung aus meinem Buch dort! Anschließend fahren wir gemeinsam nach Buchenegg.

Wir werden eine Kräuterwanderung in den Wald und auf die Wiesen machen, frühe Kräuter für erste Tees und Tinkturen ernten, im Steinkreis meditieren und gemeinsam etwas Leckeres aus der Wildkräuterküche kochen.

°°° Anmeldungen ab sofort, Teilnahmegebühr inkl. Übernachtung, Verpflegung, Zubereitungen: 150€

Falls nicht anders geschrieben, Anmeldungen über krautundueben@posteo.de

kleine Änderungen vorbehalten

Ich freue mich auf euch!!

 

 

 

Newsletter November

Viele Grüße aus Wien, wo ich zurzeit am Theater arbeite. In der Zuckerstadt-Steinwüste regnet es seit Tagen. Nun ja, es ist Herbst, Regen gehört dazu und außerdem kann ich es so auch recht gut aushalten, die Tage in künstlichem Licht auf Probebühnen zu verbringen, anstatt rauszugehen. Umso mehr freue ich mich aber darauf, wieder in der Erde zu wühlen und Wurzeln zu graben und duftende Salbe zu kochen…

Zwei Kurse stehen an im November, einer bei O’Pflanzt und einer im ÖBZ:

kuerbis

°°°Sonntag, 13. 11.11:00-14:00 bei O‘Pflanzt: „Kürbis, Kardentinktur……oder Beinwellsalbe“

             Wer sich anmeldet, kann sich wünschen, was wir machen!!!!_________

Da es einige Karden auf dem Gelände gibt, werden wir auch dieses Jahr eine Tinktur herstellen zur Borreliosetherapie und Immunstärkung. Außerdem setzen wir aus Weißdornfrüchten eine weitere Tinktur an, zur Stärkung des Herzens … aber auch gegen Augenringe!

Wenn das Interesse groß ist, können wir aber auch die Beinwellsalbe kochen!

Halloween ist der Beginn des keltischen Jahres. Ein paar Geschichten, Märchen rund um Ende und Neubeginn.

Passend dazu gibt es ein Kürbismus, denn Kürbisse sind laut Hildegard von Bingen „zum Essen gut – sowohl für die Kranken als auch für die Gesunden.“

Mitglieder: 13 €, Nichtmitglieder: 19 € (inklusive aller Materialien und Kostproben)

°°°Eine große Bitte habe ich: MELDET EUCH AN, WENN IHR KOMMEN WOLLT!! Auch wenn ihr es dann nicht schaffen könnt, solange ihr mich informiert, kein Problem. Aber ich muss die Chance haben, mich vorbereiten und allen etwas mitbringen zu können!! Es hat sich inzwischen eingeschlichen, einfach vorbeizukommen. Ich freue mich wirklich über jeden, der kommen mag, Am Sonntag im Oktober hatte sich niemand angemeldet, so dass ich nicht gekommen bin. Hinterher haben mich einige Leute gefragt, wo ich war… Sorry!

Anmeldung über krautundueben@posteo.de

 

°°° Samstag, 19.11. 11:00-13:00 „Winterbräuche und Bratapfelsalbe “ im ÖBZ!!

Der November war für unsere keltischen Vorfahren das Ende des alten Jahres und der Beginn des neuen. Zeit des Rückzugs und der Erneuerung. Viele unserer Weihnachtsbräuche lassen sich zurückführen auf die uralten vorchristlichen Traditionen! Welche das sind und welche Pflanzen dabei eine Rolle spielten und wie wir sie heute nach wie vor nutzen können, darüber möchte ich reden.

Unter anderem werden die Wintermaien und die Misteln zur Sprache kommen.

Kostproben wird es von der Quitte geben, dem „Baum der Schlauheit“, wie Hildegard von Bingen ihn nannte, denn im Herbst sollten wir alle unserem Körper eine „Quitten-Kur“ gönnen.

Und wir werden eine köstliche, wohltuende Heilsalbe aus einer anderen symbolträchtigen Frucht herstellen: dem Apfel, deren Zutaten sich lesen wie von einer Speisekarte…

4 € pro Person (inklusive Salbe und den Quitten-Kostproben)

ACHTUNG: Anmeldung über das MUZ (Münchner Umwelt-Zentrum): muz@oebz.de  oder bei Margot Muscinelli, Tel.:089/93948971

Johanniskraut und Masuren (1)-Draußen!

Das ist mal ein zusammengewürfeltes Thema!

Aber es fällt nun mal zeitlich zusammen, und ich muss etwas loswerden über die sagenhafte Reise, die ich Pfingsten gemacht habe!
Ein ewig gehegter Traum von mir: zusammen mit meiner Mutter und meiner Familie auf dem Hof stehen, auf dem sie aufgewachsen ist. Der so weit weg war, dass er schon fast nicht zu existieren schien. Ein Märchen mehr als ein realer Ort. Unerreichbar. Gurren. Wie das schon klingt. Tauben gurren, sonst kennt man das Wort nicht. „Gurren ist ein kleines Dorf und liegt in einem Tal“, war der erste Satz, den meine Mutter in der Schule gelernt hat.

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Und immer, immer, immer kam etwas dazwischen. Bis ich letztes Weihnachten vorgeschlagen habe, dass wir uns einfach zu sechst in unser altes Auto setzen und nach Masuren fahren, schließlich liegt das Dorf an der polnisch-russischen Grenze, aber eben noch in Polen, da können wir uns frei bewegen und wir werden es schon finden.

Keiner schien so recht dran zu glauben, dass es klappt, denn bei unserer Familie mit zwei recht großen und einem recht kleinen Kind und unseren Berufen, mit denen nie etwas Privates so richtig planbar ist, kam auch schon oft genug in letzter Sekunde etwas dazwischen. Am wenigsten glaubte meine Mutter daran. Sie war sehr nervös, verständlich, denn sie war auch seit fast 70 Jahren nicht mehr dort. Und tatsächlich hatten wir noch einige Schwierigkeiten zu überwinden: den Koffer hatte sie zu uns geschickt, damit wir ihn mitnehmen und sie ohne Gepäck nach Berlin reisen konnte – der Koffer aber kam nicht und die Suche danach war eine jener Possen im Serviceland, die man nicht erfinden kann. Wir hatten ihn schon aufgegeben, als er zweieinhalb Tage später als zugesichert nach vielen Telefonaten endlich gebracht wurde. Und wieder bot man uns an, den nächsten Transport gratis zu übernehmen. Das war jetzt eigentlich auch jedes Mal so, wenn sie ihn zu uns schickte. Es wird so sehr am Personal gespart, nichts klappt und dann müssen sie am Ende aus Kulanz die Koffer umsonst transportieren. Das rechnet sich?

Und dann der Bahnstreik…! Sie fuhr am ersten Tag mit einem normalen Fahrplan. Der Koffer kam, wir fuhren nach Berlin, der Zug kam pünktlich an und los ging die Fahrt nach Osten! Wir konnten es eigentlich nicht recht glauben und waren froh.

…doch davon ein anderes Mal mehr, ich will die Fahrt Stück für Stück erzählen. „Draußen“ nenne ich sie.

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am 24.6. ist Johannistag

Jetzt zum Johanniskraut, die stärkste Sonnenpflanze, die wir haben, der man eine so starke, heilende Wirkung nachgesagt hat, dass es dem Teufel missfallen hat, so dass er mit einer Nadel versucht haben soll, die Pflanze zu zerstören. So hat man sich die kleinen Löcher erklärt, die in den Blättern sichtbar sind, wenn man sie gegen das Licht hält. Man nennt sie auch u.a. Hartheu, denn sie wächst zart empor und erstarrt dann. Trinkt man das getrocknete Kraut, sollen die inneren Bilder hochsteigen, die die Seele belasten und erstarren, so dass man sie betrachten und sich von ihnen befreien kann. Das ist eine ihrer Wirkungen, die man erfahren hat.

Dass sie gegen Depressionen eingesetzt wird, ist eigentlich eine Nebenwirkung, wenn man so will; sie macht den Menschen empfindlicher, aufnahmebereiter für das Licht, das ihn umgibt. Es wird heller, empfindsamer, auf der Haut und in der Seele. Und schließlich hat sie auch eine stark entgiftende Wirkung auf den Organismus, Fremdstoffe werden erkannt und ausgeschieden. Deswegen wirken Antibabypille und andere chemische Medikamente nicht; sie werden als Giftstoffe entfernt.

Das Öl ist eine Mittel gegen Verbrennungen, man sollte die Haut unbedingt vor Licht schützen, wenn man es benutzt! Es ist ein Schmerzöl und hilft gegen Verspannungen und die Bandscheiben saugen sich regelrecht damit voll, wenn man den Rücken damit massiert. Es wird Rotöl genannt. Und es ist meine tägliche Übung, die frischen Blüten vorsichtig abzupflücken und in Olivenöl zu legen. Mit der Zeit färbt sich das Öl tiefrot und nach sechs Wochen am sonnigsten Fenster ist das Öl gebrauchsfertig. Viel Erfolg!

Die nächsten Kurse / Veranstaltungen:

3.-5.7.- Buchenegg Waldkurs

12.7. Opflanzt: Kräutersalze, Smoothie, Giftpflanzen

Wir werden verschiedene Kräutersalze und –Solen herstellen, die man als Küchen- und als Heilmittel verwenden kann. Ich bringe einen Kräutersmoothie mit.

Ich möchte mich mit ein paar aktuellen Kräutern und ihrer Wirkung befassen: Fenchel,  Steinklee, Lindenblüten, Weinraute, Schafgarbe, Minze, Milzkraut etc. und ihre Bedeutung in der Naturheilkunde erläutern. Und, weil es so wichtig ist, sie zu erkennen, möchte ich mich mit ein paar Giftpflanzen beschäftigen!

NEU AB JULI: KURSE IM ÖBZ: 18.7. ÖBZ: Calendulasalbe und Wissenswertes über die Kräuter des Experimentiergartens, Tinkturen

21.7. Lesung in Schwabmünchen: Texte aus der „Deutschen Mutter“, Theaterprojekt über den Alltag als Mutter in Deutschland

26.7.15 Opflanzt: Calendulasalbe, Johanniskrautöl, Wolfskräuter, Fliederbeersuppe und Mädesüßwasser

Der Bedarf an Calendulasalbe war letztes Jahr so groß, dass wir sie erneut kochen werden. Außerdem wollen wir gemeinsam ein Johanniskrautöl und eine –tinktur ansetzen.

Wir beschäftigen uns auch mit den anderen mit den „Wolfskräutern“: Arnika, Beifuß, Königskerze, Kümmel etc. und der Frage: Wieso Wolfskräuter? Fliederbeersuppe und Mädesüß-Wasser

Danach: krautundueben-Ferien…