Radio, Theaterzelt und neue Termine

Am Samstag ist ein Beitrag über Fermentation auf Bayern 2 gesendet worden in der Sendung „Orange“. Ich habe auch ein paar Fragen beantwortet und über meine Erfahrungen mit dem Thema erzählt, das mich ja nun schon einige Zeit beschäftigt.

Wer nochmal nachhören will:

 

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Ich bin immer noch in Bad Hersfeld, wo am letzten Sonntag meine Lesung im Theaterzelt stattgefunden hat. Ich bin sehr, sehr dankbar. Einerseits danke ich der Festivalleitung, die mich eingeladen hat, das Buch zu präsentieren. Ein Pflanzenbuch im Rahmen eines solchen Spektakels!  Und andererseits dem Publikum, das mich und meine Botschaft so liebevoll aufgenommen hat. Viele Menschen haben mir wundervolle Dinge gesagt und schienen berührt von meinen Themen.

Ich habe über die Verbundenheit geredet, Verbundenheit unter den Menschen und mit der Natur. Und von der Geschichte, die in unserer Landschaft mit uns und mit unseren Pflanzen passiert ist.

Von Charles Eisenstein und seinem Buch „Die schönere Welt, die unser Herz kennt, ist möglich“. Er beschreibt uns Menschen, die wir in dem Zeitalter der Getrenntheit, des Expertentums, der Kontrolle und des Wachstums leben. Dass wir am Ende des Wachstums angekommen sind, wirtschaftlich, politisch und vor allem umweltpolitisch, ist hinlänglich bekannt und man kann eigentlich nur verzweifeln.

Bei ihm hört aber unsere Geschichte hier nicht auf, denn er vergleicht unsere Entwicklung als Menschheit mit der Entwicklung eines einzelnen Menschen und sagt, dass die Phase des Wachstums der Phase der Kindheit entspricht. Und was passiert mit einem Kind, wenn diese Phase abgeschlossen ist? Das Erwachsenwerden. Er zeichnet diese Perspektive für uns als Menschheit und  beschreibt, dass es etwas gibt, was nach der Wachstumsphase der Kindheit kommt:

Unsere Geschichte ist noch nicht zu Ende sagt er!

Das Ende der Kindheit markiert die Pubertät, wo zunächst einmal alles auseinanderfällt, alle Strukturen und Gewissheiten. Regeln werden außer Kraft gesetzt und brechen zusammen. Der Mensch sucht seine Grenzen und testet sie aus. Wir sehen dementsprechend, wie rund herum unsere Systeme kollabieren. Früher gab es teils krasse Rituale, in denen Heranwachsende auf Visionssuche für ihr Leben geschickt wurden.

Die zweite Veränderung, die er beschreibt, ist das Entdecken der Liebe. Und so haben sich seit den 60er Jahren, als die Raumfahrer die ersten Bilder von der Erde gemacht haben, viele Menschen in unseren blauen, verletzlichen Planeten quasi verliebt. Und wollen ihn beschützen und bewahren und ihm etwas zurückgeben. Dieses Verhältnis ist neu in der Geschichte der Menschen.

Und gibt mir eine Hoffnung, die ich gern mit möglichst vielen Menschen teilen will.

Darüber habe ich geredet, bevor ich aus meinem Buch gelesen habe.

 

°°° Versprochen habe ich, dass ich die Einnahmen der Veranstaltung an den Verein spenden will, bei dem ich letzten Monat gelesen habe: www.Kulturlandschaft-Schwalm.de , weil ich die Arbeit unterstützen will, Kultur in die Region zu bringen und Kultur und Natur zu verbinden.

°°° Und ich wollte einen Termin ankündigen, wann ich einen Kräuterspaziergang hoch in die „Hersfelder Alpen“ machen will. Ich werde also am Freitag, 11.8. und am Samstag, 19.8. jeweils um 12:00 am Tor hinter dem Theaterzelt stehen und wer kommen mag, kann etwa eine Stunde lang mit mir hoch Richtung Tageberg laufen.

 

°°° Am Sonntag, 27.8. um 11:00 geht es in München weiter mit den Kursen bei O’Pflanzt!

Was gibt es im Garten alles zu sammeln für die Kräuter-Hausapotheke? Wir werden eine Kräuterwanderung auf dem O’Pflanzt-Gelände machen und uns mit heilsamen Kräutern eindecken. Pünktlich zu den „Frauendreißigern“, der Zeit, in der sich die Menschen mit dies schon immer getan haben.

Es ist die beste Zeit, die Salbei-/Thymiantinktur herzustellen, denn der Herbst wird kommen und mit ihm Halskratzen, Husten, Schnupfen.

Mitbringen werde ich Tomatensoße und verschiedene Kräuterwasser.

12 € für Mitglieder, 19 € Nichtmitglieder

Anmelden bei krautundueben@posteo.de

 

Alles Liebe, Bettina

 

 

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Ernten und verarbeiten. Buchenegg 3

Was für ein Sommer! Welche Kraft und welche Fülle! Was für ein schönes Wochenende!

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Lein und Ackersenf

Es gab so viel zu ernten, dass ich gar nicht recht wusste, wo anfangen und erstmal ein leeres Blatt präsentierte als Plan für den Samstag.

Am Freitagabend habe ich als Einführung darüber gesprochen, dass am 15.8., Maria Himmelfahrt, der Kräuterweihtag gewesen ist. Viele verschiedene Bräuche und  vorchristliche Fruchtbarkeitsrituale ranken sich um ihn. Eine Zeitlang war es von der Kirche verboten, dass die Frauen ihre „Kräuterbuschen“ weihen ließen, aber dann entschloss sich die Kirche, die Tradition zu übernehmen.

Im Anschluss an den Kräuterweihtag kommen die „Frauendreißiger“, die Zeit, in der die Frauen ihre Heilkräuter für das kommende Jahr sammelten. Die Hitze verstärkt die ätherischen Öle der Pflanzen und die Kräuter haben die stärkste Kraft.

Wir gingen früh ins Bett, denn am nächsten Morgen habe ich alle um 6:00 geweckt und wir sind, nur etwas Warmes über die Schlafanzüge angezogen und ohne viel zu reden rausgegangen und jeder hat sich einen Strauß gepflückt. Den „Kräuterbuschen“ eben, der am 15.8. in der Kirche geweiht wird. Gut, darauf haben wir verzichten müssen, aber auch so war es eine ganz spezielle Erfahrung, im Halbschlaf über das Gelände zu gehen und sich leiten zu lassen zu den Pflanzen, die uns im nächsten Jahr begleiten sollen. Die Sträuße werden gebunden und aufgehängt und bei Bedarf nimmt man etwas davon ab, bereitet sich einen Tee oder räuchert sie.

Später gab es Habermus und dann haben wir einen Plan gemacht, auf dem nur stand, dass wir am Abend Hildegard von Bingen- Suppenwürze herstellen wollen, damit sie über Nacht im Ofen trocknen kann. Feuer machen stand auch noch drauf, in dem wollten wir alte Kräuter aus dem Vorjahr verbrennen und uns etwas wünschen.

Und dann zogen wir los. Brennnesselsamen ernteten wir als erstes, damit sie Zeit hatten, über den Tag in der Sonne zu trocknen. Die Calendulablüten legten wir gleich in Olivenöl ein und ernteten Schafgarbe, um daraus eine Salbe zu kochen.

Vogelbeeren, Holunderbeeren und Äpfel sammelten wir für ein Kompott.

Und unterwegs nahmen wir so einiges mit, aus dem wir teilweise Tinkturen ansetzten…

Am Ende legten wir alles auf den Tisch und da waren dann:

Zitronenverbene, Eisenkraut, die getrockneten Brennnesselsamen, Eukalyptus, Mutterkraut, Anisysop, Schafgarbe, Dost, Hagebutten, Frauenmantel, Melisse, Hopfen, Holunder, Vogelbeeren, Krauseminze, Thymian, Salbei, Currykraut, Muskatellersalbei, Estragon, Rosmarin, Karde, Ringelblumen, Beifuß.

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Der Tisch war voll und wir waren reichlich müde. Gemeinsam kochten wir ein Curry aus dem Gemüse, das wir im Garten fanden und aßen das Kompott als Nachtisch.

Feuer? Ging nicht mehr. Nix ging mehr, wir waren platt, durchgeglüht und sehr zufrieden und glücklich!

Am nächsten Morgen gab es Meditation und eine der Teilnehmerinnen gab eine Yogastunde und dann war wieder Ausklang bei Artemisia in Stiefenhofen.

Vielen Dank an alle!

Der nächste Kurs wird der letzte in diesem Jahr dort sein, denn dann kann es schneien und man kann auch die Zimmer nicht heizen.

Wurzeln und Buchenegg: 16.-18.10 „Wurzeln und Weltenhaus“

Wir wollen Wurzeln ernten, Salbe und Tinkturen machen und das Weltenhaus in Stiefenhofen besuchen.

Und die nächsten „krautundueben“-Kurse in München:

ÖBZ: 26.9. 11:00-13:30: Die wilde Karde und andere Wurzeltinkturen

Nach dem 23.9. erntet man nicht mehr die oberirdischen Pflanzenteile. Wir wollen uns mit Tinkturen, deren Herstellung und Wirkungsweise beschäftigen und eine Wilde Karde-Tinktur zubereiten. Sie wird eingesetzt zur Unterstützung des Immunsystems und ist bekannt geworden als Mittel gegen Borreliose.

Ich bringe andere Tinkturen mit zur Demonstration und ein Vogelbeerkompott…

Kosten: 15€

 

O’Pflanzt is: 27. 9. 11:00-14:00 Birnenbärwurzhonig

Die Birnen sind reif und rechtzeitig vor der Winterzeit wollen wir unser Verdauungsystem stärken mit dem Birnenbärwurzhonig, dem „Hildegard-Gold“, das wir gemeinsam zubereiten.

Kubebenfrüchte sorgen für einen „aktiven Geist“ und Galgantkekse für eine gute Durchblutung, vor allem der kleinen Gefäße. Beides werde ich mitbringen.

Heute soll es um verschiedene Frauenkräuter gehen und die Anwendung von der Yamswurzel. Und zum Ausgleich (für die Männer) auch um den Michaelitag (29.9.).

Mitglieder:11€, Nichtmitglieder: 14€

Anmeldungen und Informationen unter krautundueben@posteo.de