Krautundueben-Newsletter Herbst/Winter 2018

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unser Kräutergarten und ich

So. Endlich! Ich wage es, einen neuen Newsletter zu schreiben. Diese neue Datenschutzverordnung kapiere ich zwar immer noch nicht, aber ich habe so viele Anfragen erhalten, dass ich wieder schreiben muss.

Das war der eine Grund für mein langes Schweigen. Der andere war: viel viel Arbeit! Der Festspielsommer in Bad Hersfeld war dabei fast nebenbei.

Hauptsächlich waren wir mit dem Einzug und dem weitergehenden Umbau auf SCHLOSS HIRSCHGARTEN beschäftigt. Dem wunderschönen, magischen Wasserschloss in Nassenerfurth, im „Rotkäppchenland“ in Nordhessen, wo einst die Gebrüder Grimm wanderten. Und wo wir nun eine kleine Gemeinschaft gegründet haben.

Inzwischen ist es offiziell eröffnet, zum „Tag des offenen Tores“ goss es in Strömen und trotzdem kamen über Tausend Menschen, um mit uns zu feiern! Es ist eröffnet, und die richtige, inhaltliche Arbeit kann beginnen. In diesem Jahr haben wir noch ein paar Veranstaltungen, die vielleicht auch Menschen aus München interessieren könnten. Die Anreise ist nicht viel aufwändiger als nach Buchenegg, zumindest nicht mit dem Zug.

Deswegen hänge ich an den Newsletter auch das Hirschgarten-Programm an. Die Gästezimmer sind fertig und warten darauf, dass Ihr sie bezieht! Wer also kommen möchte, mitarbeiten, Seminar besuchen, oder eine Auszeit braucht… Meldet euch!

An der Website www.schloss-hirschgarten.de  arbeiten wir noch, im Moment steht nicht viel mehr drin als dieses Programm.

Aber auch in MÜNCHEN gibt es noch ein paar Kurse dieses Jahr!

°°°°°Zwei Kurse bei OHNE, verpackungsfreier Supermarkt, Schellingstr.42

°°°Herbst 7.10.  „Fülle“ um 10:00

Verschiedene                              KÜRBISDIPS, MARONIKUCHEN: Maroni sind in der Hildegard von Bingen-Heilkunde DAS Stärkungsmittel; vorbeugend, kräftigend, heilend.          

HERBSTRITUALE UND GESCHICHTEN: Was haben unsere Vorfahren getan, wenn die Ernte eingebracht war und die Tage wieder kürzer wurden? Blot-Monat wurde diese Zeit genannt. Es wurde zu allen Zeiten viel gefeiert und dabei ging es wohl oft sehr wild zu, wie heutzutage immer noch. Doch das Ende naht…            

WASCHMITTEL AUS KASTANIEN, EFEU u.a.: Der Herbst schenkt uns noch ein großartiges Geschenk, mit dem wir uns selbst mit Waschmittel versorgen können.  Wir werden zusammen daran arbeiten und jeder kann sich etwas davon mit nach Hause nehmen.

25 € inkl Material u Kostproben

Bitte bei krautundueben@posteo.de oder direkt im Laden anmelden.

°°°Winter  11.11.  „Einkehr“ 

WURZELN:  Spätestens nach dem 1.11. ernten wir nichts mehr von den oberirdischen Teilen der Pflanzen, sondern graben nach den Wurzeln. Warum das so ist, liegt an dem Glauben unserer keltischen Vorfahren, für die der November das Ende des alten Jahres und der Beginn des neuen darstellte. Zeit des Rückzugs und der Erneuerung. Viele unserer Weihnachtsbräuche lassen sich zurückführen auf die uralten vorchristlichen Traditionen. Unter anderem werden die Wintermaien und die Misteln zur Sprache kommen.

GALGANTKEKSE u.a.:  Hildegard von Bingen Gewürze zur Erkältungsprophylaxe Wie kann uns die uralte Klostermedizin der Hildegard von Bingen dabei helfen, gesund durch den Winter zu kommen und was rät sie, wenn es uns doch erwischt hat? Leckeres, Erstaunliches und auch Kurioses aus ihrer Apotheke stelle ich vor.             

 BASISHARZSALBE: Wir kochen die Basisharzsalbe, die Pflege für die Lippen und rauen Stellen, Zugsalbe und erste Hilfe bei Pickeln und Insektenstichen.

25 € inkl Material u Kostproben

Bitte bei krautundueben@posteo.de oder direkt im Laden anmelden.

 

°°°°Und ein Kurs im GRÜNSTREIFEN-Gemeinschaftsgarten Oberföhringer Str.165

°°°4.11. 11-14 Uhr

Wir brechen wieder auf zu einer kleinen KRÄUTERWANDERUNG im Englischen Garten, diesmal auf WURZELSUCHE, denn ab dem 23.9. erntet man nicht mehr die oberirdischen Pflanzenteile, sondern wendet sich den Wurzeln zu, in denen sich in der kalten Jahreszeit die Kraft der Pflanze zurückzieht. Ein paar Wurzeln werden wir graben und mitnehmen.

Über ERNTEDANKRITUALE werde ich erzählen, denn der November ist die Zeit für Geschichten und Rituale. Welche Bedeutung hatte Halloween für unsere Vorfahren?

Ich bringe MARONIKUCHEN mit, denn die Maroni sind die Kraftnahrung für den Herbst.

25 € inkl Material u Kostproben

Bitte bei krautundueben@posteo.de  anmelden.

 

 

UND HIER IST ES NUN: UNSER PROGRAMM AUF SCHLOSS HIRSCHGARTEN.

KOMMET UND STAUNET UND GENIESST DIE EINZIGARTIGE SCHÖNHEIT UND MAGIE DES ORTES!!

 

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°°°OKTOBER  19.-21.10. WURZELKURS    mit Bettina Hauenschild

Bevor der Winter kommt und die Pflanzenwelt ihre wohlverdiente Ruhepause bekommt, gehen wir noch einmal hinaus und graben nach den unterirdischen Pflanzenteilen. Nach dem 23.9. beginnt die Zeit, in der die Kraft der Pflanzen sich unter die Erde zurückzieht. Aus den Wurzeln der Brennnessel, Engelwurz, Nachtkerze, Karde und vielen anderen lassen sich Heilmittel und leckere Gerichte zubereiten. Lieder und Geschichten begleiten diesen Kurs.

Freitag Abend bis Sonntag Mittag

Kosten: 250 € inkl. 2 Übernachtungen, Verpflegung und Materialien, 150 € ohne Übernachtung, weiterer Kostennachlass gegen Mithilfe möglich, sprechen Sie uns an!

Begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung über schloss-hirschgarten@posteo.de

°°°NOVEMBER   16.-18.11. GEWÜRZE-KURS  mit Bettina Hauenschild

Wärmende Gewürze: Leckere Gesundheitsbringer

Gemeinsam wollen wir in die teils exotische Welt der Gewürze eintauchen, dazu eignet sich der Platz am Ofen im Winter besonders gut. Galgant, Kubebenfrüchte, Anis und Zimt holen den Duft der warmen Länder in unsere Stuben.

Geschichten lassen sich dazu erzählen, wir werden lauschen und schmecken und selber backen und kochen. Wer möchte, kann sich außerdem eine Räuchermischung zusammenstellen.

Freitag Abend bis  Sonntag Mittag

Kosten: 250 € inkl. 2 Übernachtungen, Verpflegung und Materialien, 150 € ohne Übernachtung, weiterer Kostennachlass gegen Mithilfe möglich, sprechen Sie uns an!

Begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung über schloss-hirschgarten@posteo.de

 

°°°25.11. 17 Uhr LESUNG Bettina Hauenschild liest im grünen Salon aus ihrem Buch

„Die Sprache der Pflanzen“.

Eintritt: 9 €,    anschließend Beisammensein bei Tee, Wein und kleinem Happen.

Anmeldung über schloss-hirschgarten@posteo.de

 

°°°30.11. 19:30 VORTRAG von Philipp Funck im grünen Salon

„Alte liebenswerte Bäume. Naturdenkmale im Wandel der Zeit“     

An diesem Abend lernen Sie die großen alten Bäume der Region neu kennen. Philipp Funk stellt sie Ihnen nicht nur vor, sondern erweitert den Blick, indem er erläutert, wie man Bäume lesen kann und wie sie miteinander kommunizieren.

Ein Blick hinter die Kulissen des Waldes.

 

Philipp Funck studierte Forstwissenschaft und Baumbiologie in Kanada und Freiburg und arbeitete als Baumsachverständiger in Kanada, Burkina Faso und Indonesien.

Heute sitzt seine Firma in Schwalmstadt und er kennt alle Baumgrößen der Region, hegt und pflegt sie und kennt ihre Geheimnisse, die er mit uns teilen möchte.

Eintritt: 9 €,  anschließend Beisammensein bei Tee, Wein und kleinem Happen.

Anmeldung über schloss-hirschgarten@posteo.de

 

°°°5.12. 18 Uhr MÄRCHENLESUNG im Stroh

Eine Märchenstunde für Kinder, es lesen Otto Kukla und Bettina Hauenschild.

Eintritt: 5 €, Erwachsene in Begleitung ihrer Kinder frei

 

°°°9.12. 17 Uhr LESUNG Otto Kukla liest im grünen Salon aus Jean-Henri Fabres

 

„Erinnerungen eines Insektenforschers“.

 

Eine Lesung mit Geräuschen. „Hingebungsvoll widmete sich J-H. Fabre (1823-1915) der Beobachtung und Beschreibung der Insekten in ihrem Lebensraum und schuf damit literarische Gattungsbiografien, die zu den schönsten und genauesten Tierbeobachtungen zählen, die je geschrieben wurden, und von einem nie enden wollenden Staunen vor der Natur und ihrer Schönheit zeugen.“ (aus dem Klappentext)

 

Eintritt: 9 € ,    anschließend Beisammensein bei Tee, Wein und kleinem Happen.

Anmeldung über schloss-hirschgarten@posteo.de

°°°21.12. 18 Uhr WINTERSONNWENDFEUER

Das Wintersonnwendfeuer ist das Sinnbild des ewigen Herdfeuers, das die ganze Nacht über am Glimmen gehalten wurde. Es markiert den Beginn der Raunächte, in denen traditionell Ställe, Wirtschafts- und Wohnräume geräuchert wurden. Mit Beifuß und Wacholder sollte alles Alte und Kranke gereinigt werden, damit neue Energie fließen konnte.

Wir wollen auf dem Hof ein Feuer anzünden, und bei einem Glas heißem Punsch und wärmender Suppe über die alten Gebräuche reden und den Winteranfang feiern.

Eintritt: 15 €, Speisen und Getränke frei.

ÄNDERUNGEN VORBEHALTEN

Sorry, es war ein langer Newsletter. Ich würde mich freuen, wenn für manche etwas dabei ist und wir uns wiedersehen. Hier oder dort.

Danke für die Aufmerksamkeit, liebe Grüße, Bettina

 

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Fanfaren und Wälder

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Die alte Stiftsruine, wo schon Martin Luther predigte. Heute spielen wir hier Theater.

 

Nun hat der Sommer endlich mal „so richtig Fahrt aufgenommen“, wie im Radio stolz verkündet wird, als wäre es eine Leistung, zu der wir alle etwas beigetragen hätten.

Und meine Zeit bei den Festspielen geht zu Ende.

Die drei Monate in dieser kleinen, sympathisch buckeligen und krummen Stadt sind fast schon um.

Der Theaterrausch unter freiem Himmel ist bald vorbei. Abend für Abend spielen wir vor anderthalb Tausend Menschen, die meist atemlos zuhören und uns dann feiern, das ist ein Riesenerlebnis und ein Geschenk, für das ich sehr dankbar bin.

Meine kleine Wohnung werde ich bald verlassen und aus dem Hexenhäuschen aus dem 16. Jahrhundert über dem herrlichen Gemüsegarten ausziehen. Die Wohnung zeigte mir, wie wenig ich doch brauche und was ich alles weglassen kann. Vom Schreibtisch ist es jeweils ein Schritt zum Bett, in die Küche oder ins Bad, putzen dauert zehn Minuten. Zwei Kochplatten reichen und ich kann auch mit kaltem Wasser abwaschen, wenn ich den Boiler nicht anschalten will.

Mehr und mehr komme ich von dem quirligen Leben zwischen Maske und Auftritt zurück an den Schreibtisch, wo ich das Manuskript für das Buch über die Sprache der Pflanzen fertig schreibe, um es rechtzeitig abzugeben. Zwischendurch habe ich inzwischen über dreihundert Fotos für das Buch gemacht.

Ein paar Ausflüge in die wunderschöne Umgebung haben mir gezeigt, wie wenig wir doch unser Inneres schätzen: hier ist das Zentrum unseres Landes, hier wanderten die Gebrüder Grimm und schrieben unsere tradierten Geschichten auf, hier gibt es die meisten Wälder (Mischwälder von einer einzigartigen Vielfalt!) … und die Menschen gehen weg.

Wir streben an die Ränder und nach außen, Bayern, die Alpen und die Meeresküsten sind die beliebtesten Urlaubsziele hierzulande. Wir möchten in Städten wohnen und schnell viel erleben. Den Atem, die Geduld und die Bescheidenheit der Langsamkeit habe ich in den Wäldern um Bad Hersfeld herum erfahren.

Aus dem Radio kommen Schreckensnachrichten über Terror und Amokläufe. Sie werden breit diskutiert. Meiner Meinung nach verstärkt sich dadurch der angstmachende Effekt. Ja, jeder Angriff ist furchtbar. Wenn man sich aber die Statistiken anschaut, gab es in Europa seit dem Krieg nie so wenige Opfer von Terrorakten wie heute.

Wir können uns schlechter entziehen, weil es aus allen Kanälen zu uns schallt. So wie wir uns hier in Bad Hersfeld den Fanfaren nicht entziehen können, die die Theaterstücke ankündigen.

Jedesmal, wenn sie erklingen, reißen sie mich aus meinem Tun und ich denke kurz: „Oh! Ist das mein Stück, das beginnt? Muss ich spielen?“ Bis ich mich vergewissere, nein, diesmal ist es ein anderes Stück, das gezeigt wird.

So sollten uns diese furchtbaren Nachrichten vielleicht auch nur kurz beschäftigen. Wir sollten ihnen jedenfalls nicht die Macht über unser Befinden geben und in Panik verfallen, sondern das tun, was wir können, um Liebe und Toleranz zu verbreiten.

Ich packe langsam meine Koffer, klappe den Laptop zu, schalte den Fotoapparat aus und ziehe weiter.

Im Sommer gebe ich einige Kurse bei O’Pflanzt, mache einen Workshop mit den Kolumbianern für unser „El Dorado“-Projekt und dann bin ich im Herbst ab September für eine Produktion in Wien, am Josefstadt-Theater, wo das nächste Abenteuer auf mich wartet. Ich freue mich schon darauf!