Newsletter August/September

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die große Klette an der Fulda in Bad Hersfeld

Bad Hersfeld ist vorbei, es war eine sehr intensive, tolle Zeit mit wunderbaren Kollegen vor und hinter den Kulissen. Im wahrsten Sinne des Wortes konnte ich mal wieder richtig ins Theater eintauchen, denn unter freiem Himmel zu spielen bedeutet eben auch, dass man nass wird. Und wie!

Mein kleines Hexenhäuschen über dem verwunschenen Garten vermisse ich schon jetzt  ein wenig. Wenn ich nicht auf der Bühne stand, saß ich dort am Schreibtisch und habe am Buch geschrieben oder ich bin mit dem Fotoapparat losgezogen und habe Pflanzen gejagt. Das Manuskript habe ich inzwischen abgegeben und nun mache ich ein wenig Urlaub an der Nordsee. Aber bald bin ich zurück und freue mich auf erholsame Ferienkurse bei O’Pflanzt is. Ich hoffe, nicht alle von euch sind weggefahren und wir sehen uns nächste Woche!

In diesem turbulenten Auf- und Ab-Sommer mit viel Regen, manch schrecklichem Moment und einigen wunderschönen Tagen möchte ich euch anbieten, einmal etwas Entspannendes zu tun.

°°Küchenkräuter sammeln und zu Gewürzsalzen verarbeiten, die dann das ganze Jahr duften!

°°Und im September dann den Birnen-Bärwurz-Honig kochen.

Beide Kurse finden im O’Pflanzt- Garten statt.

Ich freue mich auf euch!

Liebe Grüße, Bettina

 

°°°14. August, 11:00 bis 14:00

Wir werden verschiedene Kräutersalze herstellen, die man als Küchen- und als Heilmittel verwenden kann.

Und wir werden über Badezusätze, Deos, Zahnpastaherstellung aus Kräutern reden; am 15.8. ist Kräuterweihtag und danach kommen die „Frauen30er“. Was das ist, erfahrt ihr, wenn ihr kommt…

Zum Probieren gibt es selbstgemachtes Hildegard von Bingen- Gemüsebrühe-Pulver.

Mitglieder: 13€, Nichtmitglieder: 19€

 

°°°11. September, 11:00-14:00

Erntezeit! Die Birnen sind reif und rechtzeitig vor der Winterzeit wollen wir unser Verdauungsystem stärken mit dem Birnenbärwurzhonig, dem „Hildegard-Gold“, das wir gemeinsam zubereiten. Darmsanierung mit dem Birnen-Bärwurzhonig.

Kostproben sind: Kubebenfrüchte, die für einen „aktiven Geist“ sorgen und Galgantkekse für eine gute Durchblutung.

Es gibt noch viele weitere wichtige HvB Gewürze mit großer Heilwirkung, über die es sich lohnt, zu sprechen, z.B. Eberwurz, Quendel…

Mitglieder: 13€, Nichtmitglieder: 19€

 

 

Informationen und Anmeldungen über krautundueben@posteo.de oder krautundueben.net

Fanfaren und Wälder

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Die alte Stiftsruine, wo schon Martin Luther predigte. Heute spielen wir hier Theater.

 

Nun hat der Sommer endlich mal „so richtig Fahrt aufgenommen“, wie im Radio stolz verkündet wird, als wäre es eine Leistung, zu der wir alle etwas beigetragen hätten.

Und meine Zeit bei den Festspielen geht zu Ende.

Die drei Monate in dieser kleinen, sympathisch buckeligen und krummen Stadt sind fast schon um.

Der Theaterrausch unter freiem Himmel ist bald vorbei. Abend für Abend spielen wir vor anderthalb Tausend Menschen, die meist atemlos zuhören und uns dann feiern, das ist ein Riesenerlebnis und ein Geschenk, für das ich sehr dankbar bin.

Meine kleine Wohnung werde ich bald verlassen und aus dem Hexenhäuschen aus dem 16. Jahrhundert über dem herrlichen Gemüsegarten ausziehen. Die Wohnung zeigte mir, wie wenig ich doch brauche und was ich alles weglassen kann. Vom Schreibtisch ist es jeweils ein Schritt zum Bett, in die Küche oder ins Bad, putzen dauert zehn Minuten. Zwei Kochplatten reichen und ich kann auch mit kaltem Wasser abwaschen, wenn ich den Boiler nicht anschalten will.

Mehr und mehr komme ich von dem quirligen Leben zwischen Maske und Auftritt zurück an den Schreibtisch, wo ich das Manuskript für das Buch über die Sprache der Pflanzen fertig schreibe, um es rechtzeitig abzugeben. Zwischendurch habe ich inzwischen über dreihundert Fotos für das Buch gemacht.

Ein paar Ausflüge in die wunderschöne Umgebung haben mir gezeigt, wie wenig wir doch unser Inneres schätzen: hier ist das Zentrum unseres Landes, hier wanderten die Gebrüder Grimm und schrieben unsere tradierten Geschichten auf, hier gibt es die meisten Wälder (Mischwälder von einer einzigartigen Vielfalt!) … und die Menschen gehen weg.

Wir streben an die Ränder und nach außen, Bayern, die Alpen und die Meeresküsten sind die beliebtesten Urlaubsziele hierzulande. Wir möchten in Städten wohnen und schnell viel erleben. Den Atem, die Geduld und die Bescheidenheit der Langsamkeit habe ich in den Wäldern um Bad Hersfeld herum erfahren.

Aus dem Radio kommen Schreckensnachrichten über Terror und Amokläufe. Sie werden breit diskutiert. Meiner Meinung nach verstärkt sich dadurch der angstmachende Effekt. Ja, jeder Angriff ist furchtbar. Wenn man sich aber die Statistiken anschaut, gab es in Europa seit dem Krieg nie so wenige Opfer von Terrorakten wie heute.

Wir können uns schlechter entziehen, weil es aus allen Kanälen zu uns schallt. So wie wir uns hier in Bad Hersfeld den Fanfaren nicht entziehen können, die die Theaterstücke ankündigen.

Jedesmal, wenn sie erklingen, reißen sie mich aus meinem Tun und ich denke kurz: „Oh! Ist das mein Stück, das beginnt? Muss ich spielen?“ Bis ich mich vergewissere, nein, diesmal ist es ein anderes Stück, das gezeigt wird.

So sollten uns diese furchtbaren Nachrichten vielleicht auch nur kurz beschäftigen. Wir sollten ihnen jedenfalls nicht die Macht über unser Befinden geben und in Panik verfallen, sondern das tun, was wir können, um Liebe und Toleranz zu verbreiten.

Ich packe langsam meine Koffer, klappe den Laptop zu, schalte den Fotoapparat aus und ziehe weiter.

Im Sommer gebe ich einige Kurse bei O’Pflanzt, mache einen Workshop mit den Kolumbianern für unser „El Dorado“-Projekt und dann bin ich im Herbst ab September für eine Produktion in Wien, am Josefstadt-Theater, wo das nächste Abenteuer auf mich wartet. Ich freue mich schon darauf!