Ernten und verarbeiten. Buchenegg 3

Was für ein Sommer! Welche Kraft und welche Fülle! Was für ein schönes Wochenende!

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Lein und Ackersenf

Es gab so viel zu ernten, dass ich gar nicht recht wusste, wo anfangen und erstmal ein leeres Blatt präsentierte als Plan für den Samstag.

Am Freitagabend habe ich als Einführung darüber gesprochen, dass am 15.8., Maria Himmelfahrt, der Kräuterweihtag gewesen ist. Viele verschiedene Bräuche und  vorchristliche Fruchtbarkeitsrituale ranken sich um ihn. Eine Zeitlang war es von der Kirche verboten, dass die Frauen ihre „Kräuterbuschen“ weihen ließen, aber dann entschloss sich die Kirche, die Tradition zu übernehmen.

Im Anschluss an den Kräuterweihtag kommen die „Frauendreißiger“, die Zeit, in der die Frauen ihre Heilkräuter für das kommende Jahr sammelten. Die Hitze verstärkt die ätherischen Öle der Pflanzen und die Kräuter haben die stärkste Kraft.

Wir gingen früh ins Bett, denn am nächsten Morgen habe ich alle um 6:00 geweckt und wir sind, nur etwas Warmes über die Schlafanzüge angezogen und ohne viel zu reden rausgegangen und jeder hat sich einen Strauß gepflückt. Den „Kräuterbuschen“ eben, der am 15.8. in der Kirche geweiht wird. Gut, darauf haben wir verzichten müssen, aber auch so war es eine ganz spezielle Erfahrung, im Halbschlaf über das Gelände zu gehen und sich leiten zu lassen zu den Pflanzen, die uns im nächsten Jahr begleiten sollen. Die Sträuße werden gebunden und aufgehängt und bei Bedarf nimmt man etwas davon ab, bereitet sich einen Tee oder räuchert sie.

Später gab es Habermus und dann haben wir einen Plan gemacht, auf dem nur stand, dass wir am Abend Hildegard von Bingen- Suppenwürze herstellen wollen, damit sie über Nacht im Ofen trocknen kann. Feuer machen stand auch noch drauf, in dem wollten wir alte Kräuter aus dem Vorjahr verbrennen und uns etwas wünschen.

Und dann zogen wir los. Brennnesselsamen ernteten wir als erstes, damit sie Zeit hatten, über den Tag in der Sonne zu trocknen. Die Calendulablüten legten wir gleich in Olivenöl ein und ernteten Schafgarbe, um daraus eine Salbe zu kochen.

Vogelbeeren, Holunderbeeren und Äpfel sammelten wir für ein Kompott.

Und unterwegs nahmen wir so einiges mit, aus dem wir teilweise Tinkturen ansetzten…

Am Ende legten wir alles auf den Tisch und da waren dann:

Zitronenverbene, Eisenkraut, die getrockneten Brennnesselsamen, Eukalyptus, Mutterkraut, Anisysop, Schafgarbe, Dost, Hagebutten, Frauenmantel, Melisse, Hopfen, Holunder, Vogelbeeren, Krauseminze, Thymian, Salbei, Currykraut, Muskatellersalbei, Estragon, Rosmarin, Karde, Ringelblumen, Beifuß.

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Der Tisch war voll und wir waren reichlich müde. Gemeinsam kochten wir ein Curry aus dem Gemüse, das wir im Garten fanden und aßen das Kompott als Nachtisch.

Feuer? Ging nicht mehr. Nix ging mehr, wir waren platt, durchgeglüht und sehr zufrieden und glücklich!

Am nächsten Morgen gab es Meditation und eine der Teilnehmerinnen gab eine Yogastunde und dann war wieder Ausklang bei Artemisia in Stiefenhofen.

Vielen Dank an alle!

Der nächste Kurs wird der letzte in diesem Jahr dort sein, denn dann kann es schneien und man kann auch die Zimmer nicht heizen.

Wurzeln und Buchenegg: 16.-18.10 „Wurzeln und Weltenhaus“

Wir wollen Wurzeln ernten, Salbe und Tinkturen machen und das Weltenhaus in Stiefenhofen besuchen.

Und die nächsten „krautundueben“-Kurse in München:

ÖBZ: 26.9. 11:00-13:30: Die wilde Karde und andere Wurzeltinkturen

Nach dem 23.9. erntet man nicht mehr die oberirdischen Pflanzenteile. Wir wollen uns mit Tinkturen, deren Herstellung und Wirkungsweise beschäftigen und eine Wilde Karde-Tinktur zubereiten. Sie wird eingesetzt zur Unterstützung des Immunsystems und ist bekannt geworden als Mittel gegen Borreliose.

Ich bringe andere Tinkturen mit zur Demonstration und ein Vogelbeerkompott…

Kosten: 15€

 

O’Pflanzt is: 27. 9. 11:00-14:00 Birnenbärwurzhonig

Die Birnen sind reif und rechtzeitig vor der Winterzeit wollen wir unser Verdauungsystem stärken mit dem Birnenbärwurzhonig, dem „Hildegard-Gold“, das wir gemeinsam zubereiten.

Kubebenfrüchte sorgen für einen „aktiven Geist“ und Galgantkekse für eine gute Durchblutung, vor allem der kleinen Gefäße. Beides werde ich mitbringen.

Heute soll es um verschiedene Frauenkräuter gehen und die Anwendung von der Yamswurzel. Und zum Ausgleich (für die Männer) auch um den Michaelitag (29.9.).

Mitglieder:11€, Nichtmitglieder: 14€

Anmeldungen und Informationen unter krautundueben@posteo.de

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