Regen, Regen

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Das hier ist der Garten meiner Vermieterin hier in Bad Hersfeld, den sie hingebungsvoll hegt und pflegt. Gemüse, Kräuter und Obst. Sie weiß genau, was wann wo gepflanzt werden muss und mulcht, um den Boden zu verbessern. Den Einsatz von Chemie lehnt sie ab. Jeden Tag arbeitet sie 20 Minuten im Garten, sagt sie. Das reicht. Die Pflanzen danken es ihr und der Boden ist wunderbar. Sie hat ein großes Wissen und eine lebenslange Erfahrung mit diesem Garten. Eine Fruchtfolge hält sie akribisch ein. Es gibt viel zu lernen von ihr. Das größte Wunder ist für mich, dass es keine Schnecken gibt! Wühlmäuse und Kaninchen auch nicht. Der Salat steht da und wächst und wächst. Sogar Basilikum hat se ins freie Beet gepflanzt! Bei mir in Bayern scheinen die Schnecken Flügel zu bekommen, wenn sie irgendwo Basilikum wittern…

Aber auch hier: Regen, Regen. Nicht so viel wie in Bayern, das nicht, aber viel.

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Unangenehm, weil wir mittlerweile meistens schon auf der Bühne Proben. Freilichtbühne. Wohlgemerkt.

Die gute Nachricht für die Zuschauer: Das Publikum sitzt unter einer riesigen Zeltplane. Die Bühne ist nicht überdacht. Wir blicken mit großen nassen Augen auf die leeren, trockenen Ränge. Und triefen.

Und proben in Gummistiefeln und Regencapes über den Kostümen. Wärmepads in den Stiefeln und an den Nieren.

Sonderbar. Ich fühle mich manchmal wie in Plastikfolie verschweißtes Gemüse. Die Probe wird dadurch nicht unbedingt frischer. Und dennoch haben wir Schauspieler meistens großen Spaß. Es ist so absurd, wenn erwachsene Menschen in sonderbarer Kleidung auf einer Bühne durch Pfützen stapfen und imaginäre Türen öffnen, mit Personen reden, die vielleicht gar nicht da sind (weil sie noch in der Maske sitzen oder Interviews geben) und zehn Mal dieselben Sätze herausposaunen, mit wechselnden Gängen, Handlungen oder Haltungen.

Von Mord, Totschlag, Hexerei, Verwünschungen ist die Rede, und dennoch schrauben Techniker ungerührt nebenan an der Dekoration.

Kein Himmel stürzt ein. Es ist nur Theaterdonner. Und jede Menge echtes Wasser.

Zwischendurch fliegen Entenfamilien über uns, lauthals schnatternd und ohne jede Hochachtung vor den künstlerischen Anstrengungen klatscht ihre Kacke auf uns. Aber wir haben ja unsere Capes an.

°°°Auch der Kurs am 12.6. bei O’Pflanzt wird ausfallen müssen. Fotoprobe, kein Gedanke an einen freien Tag…

 

 

 

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