Ruckhäberle und Lesungen

In Wien, wo wir die letzten Vorstellungen von den „Verdammten“ feiern, erreichte mich die Nachricht vom Tod Hans-Joachim Ruckhäberles, dem langjährigen Dramaturgen der Kammerspiele und dem Residenztheater, mit dem ich viel zusammengearbeitet habe.

Er war bei meinem Vorsprechen vor Dieter Dorn dabei, nach dem sie mich direkt nach der Schauspielschule engagiert haben und ich habe ihn auch mehrere Male als Regisseur erlebt.

Wie nahe er mir stand, habe ich aber erst letztes Jahr in Bad Hersfeld gemerkt, als wir wieder einmal zusammengearbeitet haben. Er war der Dramaturg bei der „Hexenjagd“, wo ich mitgespielt habe. Wir haben uns öfters getroffen und viel geredet. Über alte Zeiten und auch über mein Buch, auf das er sehr neugierig war. Für mich war es eine Aufarbeitung meiner gesamten Kammerspiel- und Residenztheaterzeit mit meinem Mentor; begeistert habe ich ihm zugerufen: „Du bist ja ein richtiger Mensch, mit dem ich reden kann!“ und er hat gelacht und wie befreit geantwortet: „Ja, ich bin nicht mehr in einer Leitungsfunktion…“

Ich habe ihm viel, vielleicht alles, zu verdanken und verneige mich tief.

 

Die Toten sind nicht weg, sie sind nur unsichtbar geworden.

Auf folgenden Veranstaltungen lese ich mein Buch:

MÜNCHEN:

°°°21.4., 19:30 im Haus Mucca im Kreativquartier:

Zusammen mit ‚o’pflanzt-is!‘ mache ich eine Veranstaltung im Haus Mucca im Kreativquartier, Dachauer Str.114 am Leonrodplatz. Hurra! ‚o’pflanzt-is!‘ präsentiert sich, es wird der Trailer von Mickel Rentsch, den er über den Garten gemacht hat, gezeigt, und ich lese aus meinem Buch vor. Außerdem wird es etwas zu essen geben.

Anmeldung erbeten (krautundueben@posteo.de) da beschränkte Platzkapazität, kein Eintritt, Einlass ab 19:00, hungrige Spendenbox, Buchverkauf (mit Widmung, wer will…)

Der Veranstaltungsort wird  an der Einfahrt ausgeschildert sein!

 

°°°27.4. 20:00 Lesung im Restaurant „Rotwand eins“

Im schönen, neuen Restaurant von meiner lieben (Schauspiel-)Kollegin Despina Pajanou gemütlich sitzen, lauschen und vorher oder nachher noch lecker essen, feiern… denn Ostern und die Fastenzeit sind vorbei!

„Rotwand eins“, Rotwandstr.1 in Giesing, U-Bahn Untersbergstr, Reservierungen unter www.rotwandeins.de oder 089/ 96991141, Eintritt 12 €

 

°°°21.5., 11:00  im ÖBZ

Im Ökologischen Bildungszentrum, Englschalkinger Str.166, im „Experimentiergarten“ wird es eine Lesung geben. Draußen im schönen „Ex-Ga“, also genau dort, wo das Buch auch hingehört. (Bei richtig starkem Regen können wir aber in die Räume des ÖBZ umziehen): Anmeldungen auch hierfür unter krautundueben@posteo.de

 

 

ALLGÄU:

 

°°°5.5. 18:30 bei Artemisia,

Hopfen 29, 88167 Stiefenhofen, einfach kommen und vorher den Kräuterhof anschauen, das Café hat bis 18:00 geöffnet. Infos unter www.artemisia.de

 

WIEN:

 

°°°23.4., 19:30 in der Kräuterdrogerie,

Kochgasse 34, 1080 Wien, Anmeldungen und Infos unter www.krauterdrogerie.at

 

°°°14.5., 11:00 im Theater in der Josefstadt

Josefstädter Str. 26. 1080 Wien. Auf der Probebühne kann ich aus meinem Buch lesen!Eine große Freude und eine Riesenehre!! Eintritt frei, Anmeldungen unter krautundueben@josefstadt.org

 

 

Weitere Veranstaltungen sind in Planung! Und ab Mai bin ich dann mal wieder in Bad Hersfeld… „Luther – der Anschlag“ und Wiederaufnahme von „Hexenjagd“

 

Uff! Ich freu mich riesig auf alles und danke allen, die mich so toll unterstützen!

 

Kommet, höret, staunet!

 

 

Furchtzwerge, Buch und Termine

Gundermann

Furchtzwerge

Immer noch spiele ich in Wien Theater, aber die Termine werden weniger und ich kann wieder mehr und mehr in die Arbeit im Grünen eintauchen. Wien im Frühling ist für jemanden wie mich eher schwer erträglich. Spätsommer war gut, ich war ja vorher viel draußen gewesen, Herbst und Winter waren kuschelig warm in den Kaffeehäusern, Theatern und Museen. Aber im Frühling! Da will ich raus!!

Da bin ich wie ein Bär, der nach dem Winterschlaf aufwacht und Licht, Luft und Sonne tanken muss. Und Grün. Und dafür ist Wien, zumal die Innenstadt nicht der richtige Ort: wenige Parks, die umzäunt sind und auch noch asphaltiert. Ja, ich weiß, der Wiener Wald usw! Aber der ist weit weg vom 8. Bezirk!

In einem dieser Parks bin ich spazieren gegangen, am Rathaus, wo immer noch die Parkwiesen von künstlichen Eisflächen bedeckt waren. Man kann spazieren gehen zwischen den Bäumen auf Schlittschuhen. Gut. Ich will mir lieber nicht vorstellen, was das für eine gigantische Energieverschwendung ist etc. Den ganzen Winter ging dieses Spektakel. Es sieht gut aus, zugegebenermaßen. Es ist immer gut besucht.

An dies em Tagwurden rund um den Park von lustigen Studenten, die dafür 10€ in der Stunde bekommen, Fruchtzwerge verteilt, als „gesunder“ Snack zum sportlichen Vergnügen. Auch konnte man seine Kleinen mit einem Fruchtzwerge-Tier fotografieren. Lustig, bunt, gesund. Danone gehört zu Nestlé, aber das nur nebenbei. Die Kinder fanden es toll, lecker, das Joghurt, das aussieht wie ein Spielzeug, die Eltern ließen sich beschenken. Pappige, fette Masse mit einer Fülle an Stoffe aus  der chemischen Industrie.

Was mich besonders genervt hat, waren nicht nur die bunten Plastikbecher, die noch in den umliegenden Straßen achtlos weggeworfen überall herumlagen. Mir ist bewusst geworden, dass ich durch die Werbung eigentlich gezwungen bin, ständig gegen meine Instinkte zu handeln. Möglicherweise ist das ein Grund dafür, dass wir oft nur so schwer wahrnehmen können, was uns guttut und was nicht. Wir müssen uns ständig wehren gegen süße Versprechungen, verschließen und abschirmen gegen die Verheißungen und unsere Reflexe unterdrücken.

In der Werbebranche sitzen lauter kluge Leute, die sich mit unseren Instinkten auskennen. Sie überlegen sich, wie sie uns erwischen, um unsere Bedürfnisse zu erwecken. Und selbst wenn wir wissen, dass  fast alles erlogen ist, was behauptet wird, erwischen sie uns doch irgendwie. Den Kindern gegenüber ständig als Spaßbremse auftreten, strengt an. Natürlich haben die Kinder den Haben-Wollen-Reflex, wenn ihnen die bunten Becher vor der Nase rumgewedelt werden.

Was so toll ist, ist eigentlich doof? Was ich haben will und haben kann, das darf ich nicht? Weil es ungesund und schlecht für die Umwelt? Gähn. Fruchtzwerg wird zum Furchtzwerg.

Genug.

Es gibt viel zu berichten. So viel! Mein Buch ist da, es gibt Kurse, Lesungen und eine Exkursion

Newsletter März, April, Mai

26.März, 11-14:00 bei o‘pflanzt is!

Wie in jedem Jahr wenden wir uns einmal den Knospen zu, der Gemmotherapie, diesem faszinierenden jungen Zweig der Pflanzenheilkunde, über die es in jedem Jahr viel Neues zu berichten gibt.

Zubereiten werden wir das Pappelöl, das gegen bakteriell und virale Hautinfektionen hilft. Hildegard von Bingen meinte, dass alle anderen Salben wirksamer würden, wenn man etwas Pappelöl hinzugebe.

Veilchenessig wird es zum Probieren geben, das blaue Wunder! Und ich bringe die Veilchensalbe aus der Hildegard von Bingen- Medizin mit, die so schön riecht und angewendet werden kann als Pflegesalbe für Narben und Verhärtungen.

 

9.April, 11-14:00 bei o’pflanzt is!:

Über die Bedeutung der Bäume als Heilpflanzen gibt es so viel zu erzählen, dass es einen Kurs darüber geben wird. Dabei kommen unsere Vorfahren und die uralten Gebräuche auch wieder einmal zur Sprache.

Passend zum Thema werden wir ein köstliches Erlenpesto herstellen.

Und als Kostprobe bringe ich eine besondere grüne Soße mit…

 

Lesungen:

°°°21.4., 19:30 in der Kommandohalle:

Zusammen mit o’pflanzt is! mache ich eine Veranstaltung in der Kommandohalle im Kreativquartier, Dachauer Str.114 am Leonrodplatz. Hurra! o’pflanzt is! präsentiert sich, es wird der Trailer von Mickel Rentsch, den er über den Garten gemacht hat, gezeigt, und ich lese aus meinem Buch vor. Außerdem wird es etwas zu essen geben.

Anmeldung erbeten (krautundueben@posteo.de) da beschränkte Platzkapazität, kein Eintritt, hungrige Spendenbox, Buchverkauf (mit Widmung, wer will…)

 

°°° 23.4. 19:30 Lesung in Wien in der Kräuterdrogerie, Kochgasse 34, Anmeldungen über die Kräuterdrogerie www.kraeuterdrogerie.at , Eintritt 15 €

 

°°°27.4. 20:00 Lesung im Restaurant „Rotwand eins“ in München

Im schönen, neuen Restaurant von meiner lieben (Schauspiel-)Kollegin Despina Pajanou gemütlich sitzen, lauschen und vorher oder nachher noch lecker essen, feiern… denn Ostern und die Fastenzeit sind vorbei!

„Rotwand eins“, Rotwandstr.1 in Giesing, U-Bahn Untersbergstr, Eintritt 12 €

 

5.-7. Mai in Buchenegg         ein paar wenige Plätze gibt es noch!

°°°° 5.5. 18:30 Lesung aus meinem Buch bei Artemisia in Stiefenhofen. Nähere Infos im Mai-Newsletter

Möglicherweise das letzte Mal, dass wir eine Exkursion ins Allgäu machen werden!

Diesmal wird der Kurs voraussichtlich bei Artemisia in Stiefenhofen beginnen, mit einer Lesung aus meinem Buch dort! Anschließend fahren wir gemeinsam nach Buchenegg.

Wir werden eine Kräuterwanderung in den Wald und auf die Wiesen machen, frühe Kräuter für erste Tees und Tinkturen ernten, im Steinkreis meditieren und gemeinsam etwas Leckeres aus der Wildkräuterküche kochen.

°°° Anmeldungen ab sofort, Teilnahmegebühr inkl. Übernachtung, Verpflegung, Zubereitungen: 150€

Falls nicht anders geschrieben, Anmeldungen über krautundueben@posteo.de

kleine Änderungen vorbehalten

Ich freue mich auf euch!!

 

 

 

Wasserfest

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Am 2.2. war Maria Lichtmess, früher wurde es das Wasserfest genannt. Das Wasser beginnt in den Bäumen zu steigen, die Tage werden länger, das Licht kommt zurück. Dem Himmel sei Dank.

Pläne wurden geschmiedet, Mägde und Knechte konnten ihren Arbeitsplatz wechseln, vorbei waren die Arbeiten im Kunstlicht in den Stuben, die Kerzen wurden geweiht. Der letzte Weihnachtsschmuck wurde entfernt.

Ich suche ein neues Au Pair Mädchen, damit ich meinen recht komplizierten Alltag bewältigen kann, nachdem das geliebte letzte gestern ihren neuen Arbeitsplatz bei einer Firma begonnen hat.

Mein Kind war krank und schon wackeln alle Strukturen, die mühsam errichtet sind.

Das sind Herausforderungen, die zu dieser Zeit passen, in der die Weichen des Jahres gestellt werden. Für mich gilt es, die Arbeit zu verteilen. Dankbar schaue ich auf neue Theateraufgaben und außerdem: mein Buch „Die Sprache der Pflanzen und ihre Heilwirkungen“ kommt heraus, nächsten Monat schon!

Ein neuer Beruf, Autorin. Wie präsentiere ich das, was ich in endlosen Stunden in den Computer getippt hat. Interessiert es jemanden? Wie erreiche ich die Leute, denen es etwas bedeuten könnte?

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Im chinesischen Horoskop hat das Jahr des Hahns begonnen, das ungestüme Jahr des Affen, der so viel durcheinandergewirbelt hat in der Welt, ist endlich vorbei.  Der Hahn steht dafür, dass die Kommunikation höflicher und respektvoller wird. Das wäre uns allen zu wünschen. Große Vorhaben können auf die Beine gestellt werden und haben die Chance, kraftvoll und vernünftig umgesetzt zu werden. Heißt es. Mal sehen.

 

Mein nächster Kurs mit ganz frischen, neuen Themen findet bei O’Pflanzt is statt,

 

Sonntag, 19. Februar · Heilpflanzenkurs · 11 bis 14 Uhr

Einschleuserpflanzen  *  Mistelsalbe  *  Zitronenknoblauchkur

Einschleuserpflanzen helfen unserem Körper, Stoffe besser aufzunehmen. Ein paar von ihnen werden wir genauer kennenlernen und erfahren, wie sie mit unserem Körper zusammenarbeiten können.  Liebstöckel zum Beispiel erleichtert die Eisenaufnahme des Organismus. Für Menschen, die unter Eisenmangel leiden, stellt also das „Maggi“-Kraut eine interessante Möglichkeit dar, den Mangel zu beheben.

Kochen werden wir eine Mistelsalbe, die traditionell Erfrierungen und rissige Haut heilt.

Zum Probieren gibt es diesmal etwas krass Erfrischendes: die Zitronenknoblauchkur, die uns von den Schlacken des alten Jahres befreit, den Darm reinigt, unser Immunsystem anregt, den Blutdruck reguliert und noch vieles mehr.

 

Ort: o’pflanzt is!

Kosten: 19 € / o’pflanzt is!-Mitglieder 13 €

Anmeldung: erforderlich, bitte spätestens 3 Tage vor dem Kurs bei Bettina unter krautundueben@posteo.de (www.krautundueben.net)

 

 

Licht

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Wintersonnenwende. Die längste Nacht. Die tiefste Dunkelheit, die größte Stille. So viel Verzweiflung, so viel Wut, so viel Trauer, so viel Angst überall. Genauso viel Grund, entschlossen zu lieben, sich zu öffnen und zu helfen ohne zu fragen. Vielleicht auch innehalten, schweigen, umarmen.

Tief unten in der Erde wird das neue Licht geboren. Heute, jetzt, unaufhaltsam. Es heißt, dass das Rad des Jahres nun für ein paar Tage stillsteht, die Zeit ist aus den Fugen, die Tore zur Anderswelt stehen offen. Wir können Lichter anzünden. In unseren Häusern, in unseren Herzen. Wir können zuhören, teilen, verzichten.

Die Raunächte folgen. Räuchern tut jetzt gut. Damit sich alte Energien verabschieden können. Bis in die letzten Ecken und Winkel unserer Wohnungen sollten wir schauen und sie reinigen mit Rauch. Dann lüften, damit Frische kommen kann. Harze könnt ihr nehmen, getrocknete Kräuter oder einfach Räucherstäbchen.

°°°Schöne Feiertage wünsche ich allen

°°°Und einen ganz praktischen krautundueben- Tipp habe ich noch. Ich esse zurzeit so gern Orangen und Granatäpfel. Ich wasche die Früchte, schäle sie und esse sie, klar. Die Schalen schneide ich dann in ganz feine Scheiben, lege sie auf einen Teller und stelle ihn auf die Heizung. Das riecht schon mal fein. Nach einem Tag etwa sind die Schalen durchgetrocknet. Dann gebe ich sie in meinen Tee. Morgens in den Schwarztee oder am Nachmittag in einen Kräutertee. Heilwirkungen hat das auch, aber ich finde es vor allem lecker.

°°°Mein Buch ist fertig! „Die Sprache der Pflanzen und ihre Heilwirkung“ soll es heißen und es soll am 20.3.17 herauskommen. Ich freue mich schon riesig drauf!

°°°Das Bild oben ist von den „Schichtarbeitern„, zwei wundervolle Künstler, die hier in Wien am Josefstadt-Theater arbeiten und gerade eine Ausstellung hatten.

Fanfaren und Wälder

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Die alte Stiftsruine, wo schon Martin Luther predigte. Heute spielen wir hier Theater.

 

Nun hat der Sommer endlich mal „so richtig Fahrt aufgenommen“, wie im Radio stolz verkündet wird, als wäre es eine Leistung, zu der wir alle etwas beigetragen hätten.

Und meine Zeit bei den Festspielen geht zu Ende.

Die drei Monate in dieser kleinen, sympathisch buckeligen und krummen Stadt sind fast schon um.

Der Theaterrausch unter freiem Himmel ist bald vorbei. Abend für Abend spielen wir vor anderthalb Tausend Menschen, die meist atemlos zuhören und uns dann feiern, das ist ein Riesenerlebnis und ein Geschenk, für das ich sehr dankbar bin.

Meine kleine Wohnung werde ich bald verlassen und aus dem Hexenhäuschen aus dem 16. Jahrhundert über dem herrlichen Gemüsegarten ausziehen. Die Wohnung zeigte mir, wie wenig ich doch brauche und was ich alles weglassen kann. Vom Schreibtisch ist es jeweils ein Schritt zum Bett, in die Küche oder ins Bad, putzen dauert zehn Minuten. Zwei Kochplatten reichen und ich kann auch mit kaltem Wasser abwaschen, wenn ich den Boiler nicht anschalten will.

Mehr und mehr komme ich von dem quirligen Leben zwischen Maske und Auftritt zurück an den Schreibtisch, wo ich das Manuskript für das Buch über die Sprache der Pflanzen fertig schreibe, um es rechtzeitig abzugeben. Zwischendurch habe ich inzwischen über dreihundert Fotos für das Buch gemacht.

Ein paar Ausflüge in die wunderschöne Umgebung haben mir gezeigt, wie wenig wir doch unser Inneres schätzen: hier ist das Zentrum unseres Landes, hier wanderten die Gebrüder Grimm und schrieben unsere tradierten Geschichten auf, hier gibt es die meisten Wälder (Mischwälder von einer einzigartigen Vielfalt!) … und die Menschen gehen weg.

Wir streben an die Ränder und nach außen, Bayern, die Alpen und die Meeresküsten sind die beliebtesten Urlaubsziele hierzulande. Wir möchten in Städten wohnen und schnell viel erleben. Den Atem, die Geduld und die Bescheidenheit der Langsamkeit habe ich in den Wäldern um Bad Hersfeld herum erfahren.

Aus dem Radio kommen Schreckensnachrichten über Terror und Amokläufe. Sie werden breit diskutiert. Meiner Meinung nach verstärkt sich dadurch der angstmachende Effekt. Ja, jeder Angriff ist furchtbar. Wenn man sich aber die Statistiken anschaut, gab es in Europa seit dem Krieg nie so wenige Opfer von Terrorakten wie heute.

Wir können uns schlechter entziehen, weil es aus allen Kanälen zu uns schallt. So wie wir uns hier in Bad Hersfeld den Fanfaren nicht entziehen können, die die Theaterstücke ankündigen.

Jedesmal, wenn sie erklingen, reißen sie mich aus meinem Tun und ich denke kurz: „Oh! Ist das mein Stück, das beginnt? Muss ich spielen?“ Bis ich mich vergewissere, nein, diesmal ist es ein anderes Stück, das gezeigt wird.

So sollten uns diese furchtbaren Nachrichten vielleicht auch nur kurz beschäftigen. Wir sollten ihnen jedenfalls nicht die Macht über unser Befinden geben und in Panik verfallen, sondern das tun, was wir können, um Liebe und Toleranz zu verbreiten.

Ich packe langsam meine Koffer, klappe den Laptop zu, schalte den Fotoapparat aus und ziehe weiter.

Im Sommer gebe ich einige Kurse bei O’Pflanzt, mache einen Workshop mit den Kolumbianern für unser „El Dorado“-Projekt und dann bin ich im Herbst ab September für eine Produktion in Wien, am Josefstadt-Theater, wo das nächste Abenteuer auf mich wartet. Ich freue mich schon darauf!