Krautundueben-Newsletter Herbst 17

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Mein Sommer war sehr groß! DANKE! Für die funkelnden Festspiele, für die vielen Zuschauer bei den Lesungen und Kräuterwanderungen um Bad Hersfeld herum, dafür, dass die Kurse bei O’Pflanzt is immer mehr Leute anziehen und und und! Auf geht’s in den Herbst!

 

°°°°16. September Stade:

15:00 Uhr LESUNG in der Buchhandlung Schaumburg in meiner Heimatstadt Stade an der Elbe

 

°°°°24. September 11:00-14:00 bei O’Pflanzt is:

Die ERNÄHRUNGSTHERAPIE DER HILDEGARD VON BINGEN wird uns diesmal beschäftigen. Welches sind die von ihr so genannten „Küchengifte“ und welche Symptome und Organe können wir mit welcher Ernährung heilen? Und welche Kräuter kommen dabei zum Einsatz?

Die unscheinbare kleine BRAUNELLE ist eine interessante Heilpflanze, die gegen Diphtherie und Herpes-Viren eingesetzt werden kann. Wir wollen eine Salbe kochen.

Passend zum Hildegard-Thema gibt es ein ZUCCHINIMUS nach einem ihrer Rezepte zum Essen.

O’Pflanzt-Mitglieder: 13€, Nichtmitglieder: 19€

Anmeldungen unter krautundueben@posteo.de

 

 

°°°°6.-8. Oktober Buchenegg :

„Frau Holle und die Pflanzen der Toten“ heißt der Vortrag von Wolf-Dieter STORL am Freitagabend um 19:00 bei Artemisia in Stiefenhofen. Ich versuche, Karten für alle zu bekommen, dann können wir den Kurs dort starten. Anschließend gibt es wieder eine Suppe in Buchenegg.

Am Samstag graben wir WURZELN und verarbeiten sie. Beinwellsabe, Kardentinktur, Baldrian, Meisterwurz, Engelwurz und Nachtkerzen werden uns beschäftigen. Auch werden wir Wurzelgemüse fermentieren.

Aber diesmal steht auch ein ABSCHIED und die Aussicht auf einen NEUBEGINN an, denn dies soll nun wirklich der letzte Kurs im Allgäu sein, ab Frühjahr 2018 geht es an einem anderen Ort weiter! Und das wollen wir ein wenig feiern an diesem Abend.

Am Sonntag beschäftigen wir uns wieder mit den Wurzeln und der Kurs soll gegen Mittag enden.

Kosten 150€, plus 17€ Eintritt für den Storl-Vortrag, weitere Informationen und Anmeldungen unter krautundueben@posteo.de

 

°°°°14. Oktober 10:00-13:00 im ÖBZ:

Vortrag und Workshop: WURZELN – Heilkraft und Nahrung. Infos unter diesem Link

http://urbane-gaerten-muenchen.de/events/workshop-reihe-fuer-das-netzwerk-urbane-gaerten-muenchen-workshop-6-wurzeln-heilkraft-und-nahrung/

Teilnahme kostenlos, Materialgeld: 5 €.  Anmeldungen bitte direkt ans ÖBZ unter  muz@oebz.de

 

°°°°15. Oktober 11:00-14:00 bei O’Pflanzt is:

Um SEIFE und deren Herstellung wird es diesmal gehen. Seifen sind nicht nur zum Händewaschen gut, auch zur Gesichtsreinigung und als Shampoo finden sie Verwendung. Wie werden sie hergestellt und die Herstellung zuhause sind Fragen, die wir besprechen werden.

Zum Wäschewaschen werden wir uns mit den KASTANIEN beschäftigen und jeder bekommt etwas Waschmittel mit.

Als Kostprobe wird es MARONIKUCHEN geben.

Mitglieder: 13€, Nichtmitglieder: 19€

Anmeldungen unter krautundueben@posteo.de

 

Für den November gibt es auch schon ein paar Pläne: einen Abend im verpackungsfreien Supermarkt „Ohne“, einen Kurs bei O’Pflanzt und eine Lesung in Coburg. Genaueres folgt im nächsten Newsletter.

Hier noch eine Petition, die ich unterschrieben habe, weil ich möchte, dass es den Beruf Heilpraktikerin weiterhin gibt!   https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-den-uneingeschraenkten-erhalt-des-freien-berufes-des-heilpraktikers

… und noch ein Link, denn meine Tochter Clara hat ein Podcast gegründet: sie interviewt Leute, die etwas Nachhaltiges machen, Projekte, Firmen, Initiativen. „ImpactRevolution“, unter dem Namen findet man sie im Netz bei Facebook, Youtube usw. Ich finde natürlich toll, was sie macht, hört doch mal rein!

Alles Liebe. einen schönen Start ins neue Schuljahr für alle, die damit etwas zu tun haben, Eure Bettina

 

            

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Radio, Theaterzelt und neue Termine

Am Samstag ist ein Beitrag über Fermentation auf Bayern 2 gesendet worden in der Sendung „Orange“. Ich habe auch ein paar Fragen beantwortet und über meine Erfahrungen mit dem Thema erzählt, das mich ja nun schon einige Zeit beschäftigt.

Wer nochmal nachhören will:

 

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Ich bin immer noch in Bad Hersfeld, wo am letzten Sonntag meine Lesung im Theaterzelt stattgefunden hat. Ich bin sehr, sehr dankbar. Einerseits danke ich der Festivalleitung, die mich eingeladen hat, das Buch zu präsentieren. Ein Pflanzenbuch im Rahmen eines solchen Spektakels!  Und andererseits dem Publikum, das mich und meine Botschaft so liebevoll aufgenommen hat. Viele Menschen haben mir wundervolle Dinge gesagt und schienen berührt von meinen Themen.

Ich habe über die Verbundenheit geredet, Verbundenheit unter den Menschen und mit der Natur. Und von der Geschichte, die in unserer Landschaft mit uns und mit unseren Pflanzen passiert ist.

Von Charles Eisenstein und seinem Buch „Die schönere Welt, die unser Herz kennt, ist möglich“. Er beschreibt uns Menschen, die wir in dem Zeitalter der Getrenntheit, des Expertentums, der Kontrolle und des Wachstums leben. Dass wir am Ende des Wachstums angekommen sind, wirtschaftlich, politisch und vor allem umweltpolitisch, ist hinlänglich bekannt und man kann eigentlich nur verzweifeln.

Bei ihm hört aber unsere Geschichte hier nicht auf, denn er vergleicht unsere Entwicklung als Menschheit mit der Entwicklung eines einzelnen Menschen und sagt, dass die Phase des Wachstums der Phase der Kindheit entspricht. Und was passiert mit einem Kind, wenn diese Phase abgeschlossen ist? Das Erwachsenwerden. Er zeichnet diese Perspektive für uns als Menschheit und  beschreibt, dass es etwas gibt, was nach der Wachstumsphase der Kindheit kommt:

Unsere Geschichte ist noch nicht zu Ende sagt er!

Das Ende der Kindheit markiert die Pubertät, wo zunächst einmal alles auseinanderfällt, alle Strukturen und Gewissheiten. Regeln werden außer Kraft gesetzt und brechen zusammen. Der Mensch sucht seine Grenzen und testet sie aus. Wir sehen dementsprechend, wie rund herum unsere Systeme kollabieren. Früher gab es teils krasse Rituale, in denen Heranwachsende auf Visionssuche für ihr Leben geschickt wurden.

Die zweite Veränderung, die er beschreibt, ist das Entdecken der Liebe. Und so haben sich seit den 60er Jahren, als die Raumfahrer die ersten Bilder von der Erde gemacht haben, viele Menschen in unseren blauen, verletzlichen Planeten quasi verliebt. Und wollen ihn beschützen und bewahren und ihm etwas zurückgeben. Dieses Verhältnis ist neu in der Geschichte der Menschen.

Und gibt mir eine Hoffnung, die ich gern mit möglichst vielen Menschen teilen will.

Darüber habe ich geredet, bevor ich aus meinem Buch gelesen habe.

 

°°° Versprochen habe ich, dass ich die Einnahmen der Veranstaltung an den Verein spenden will, bei dem ich letzten Monat gelesen habe: www.Kulturlandschaft-Schwalm.de , weil ich die Arbeit unterstützen will, Kultur in die Region zu bringen und Kultur und Natur zu verbinden.

°°° Und ich wollte einen Termin ankündigen, wann ich einen Kräuterspaziergang hoch in die „Hersfelder Alpen“ machen will. Ich werde also am Freitag, 11.8. und am Samstag, 19.8. jeweils um 12:00 am Tor hinter dem Theaterzelt stehen und wer kommen mag, kann etwa eine Stunde lang mit mir hoch Richtung Tageberg laufen.

 

°°° Am Sonntag, 27.8. um 11:00 geht es in München weiter mit den Kursen bei O’Pflanzt!

Was gibt es im Garten alles zu sammeln für die Kräuter-Hausapotheke? Wir werden eine Kräuterwanderung auf dem O’Pflanzt-Gelände machen und uns mit heilsamen Kräutern eindecken. Pünktlich zu den „Frauendreißigern“, der Zeit, in der sich die Menschen mit dies schon immer getan haben.

Es ist die beste Zeit, die Salbei-/Thymiantinktur herzustellen, denn der Herbst wird kommen und mit ihm Halskratzen, Husten, Schnupfen.

Mitbringen werde ich Tomatensoße und verschiedene Kräuterwasser.

12 € für Mitglieder, 19 € Nichtmitglieder

Anmelden bei krautundueben@posteo.de

 

Alles Liebe, Bettina

 

 

Oh Mai!

Engelwurz

Der Mai hatte es in sich: 3 Theater, an denen ich arbeiten konnte, neue Proben, 6 Lesungen, ein Wochenendkurs, den ich geleitet habe, viele erholsame Stunden im Zug… Jeden Morgen, wenn ich aufwache, brauche ich ein paar Sekunden, bis ich weiß, wo ich gerade bin.

Ich glaube, dadurch, dass ich eins nach dem anderen mache und eigentlich alles sehr liebe, das ich tue und zutiefst dankbar dafür bin, geht es mir erstaunlich gut! Nachts schlafen, kein Alkohol und keinen Kaffee, das hilft. Und spazieren gehen in freien Minuten. Die Wälder hier in Hessen nehmen sich meiner an und geben mir Ruhe…

 

ABER: Ich bin wieder in Bad Hersfeld und wie im letzten Jahr läuft nicht alles ganz so wie geplant…

In diesem Jahr wird der Kurs wenigstens nicht ausfallen müssen, sondern er kann einen Tag früher stattfinden. Also

 

°°°°Samstag, 10.6. 11:00-14:00 bei o‘pflanzt is!

Was ist der Unterschied zwischen schwarzem und grünen Tee und was lässt sich aus Himbeerblättern und Co. so alles machen? FERMENTIEREN ist das heutige Thema.

Das Fermentieren von Blättern für einen koffeinfreien, heimischen, schwarzen TEE ist ein interessanter Prozess. Gemeinsam werden wir einen Schritt davon zubereiten.

Außerdem widmen wir uns der Frage: wieviel Sonne ist gut für uns und unsere Kinder? Und wir sprechen in dem Zusammenhang über das für unseren Körper so wichtige VITAMIN D.

Zum Probieren gibt es eingelegtes, fermentiertes Gemüse, eine alte Form der Konservierung. Und als Ergänzung dazu liebliches Rosenwasser, da die ROSEN uns gerade mit ihrem Duft und ihrer Schönheit beschenken.

 

°°° Im Juli wird es keinen Kurs geben.

 

°°°30.6. Willingshausen

Das Künstlerdorf hat mich eingeladen, unter einem der wunderschönen „VESPERBÄUME“ im Rahmen ihrer Veranstaltung aus meinem Buch zu lesen. Wann und wo genau das stattfindet, gebe ich noch bekannt.

 

Ansonsten:  +++ spiele ich am 31.5. und 3.6. überraschenderweise am Mainfrankentheater in WÜRZBURG, wo ich bei der Produktion „BLUTHOCHZEIT“ für eine kranke Kollegin einspringe. Wer gerade in der Gegend ist, der komme!!

+++ ist am 23.6. „LUTHER – DER ANSCHLAG“- Premiere hier in Bad Hersfeld!! Es folgen etwa 23 Vorstellungen und ab dem 21.7. „HEXENJAGD“ Wiederaufnahme vom letzten Jahr.

All die Luther Vorstellungen sollen schon ausverkauft sein, Wahnsinn.

++++ am 30.7. um 11:00 werde ich im Rahmen der Festspiele auch eine LESUNG mit meinem Buch machen – im ZIRKUSZELT!

 

 

 

 

Wasserfest

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Am 2.2. war Maria Lichtmess, früher wurde es das Wasserfest genannt. Das Wasser beginnt in den Bäumen zu steigen, die Tage werden länger, das Licht kommt zurück. Dem Himmel sei Dank.

Pläne wurden geschmiedet, Mägde und Knechte konnten ihren Arbeitsplatz wechseln, vorbei waren die Arbeiten im Kunstlicht in den Stuben, die Kerzen wurden geweiht. Der letzte Weihnachtsschmuck wurde entfernt.

Ich suche ein neues Au Pair Mädchen, damit ich meinen recht komplizierten Alltag bewältigen kann, nachdem das geliebte letzte gestern ihren neuen Arbeitsplatz bei einer Firma begonnen hat.

Mein Kind war krank und schon wackeln alle Strukturen, die mühsam errichtet sind.

Das sind Herausforderungen, die zu dieser Zeit passen, in der die Weichen des Jahres gestellt werden. Für mich gilt es, die Arbeit zu verteilen. Dankbar schaue ich auf neue Theateraufgaben und außerdem: mein Buch „Die Sprache der Pflanzen und ihre Heilwirkungen“ kommt heraus, nächsten Monat schon!

Ein neuer Beruf, Autorin. Wie präsentiere ich das, was ich in endlosen Stunden in den Computer getippt hat. Interessiert es jemanden? Wie erreiche ich die Leute, denen es etwas bedeuten könnte?

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Im chinesischen Horoskop hat das Jahr des Hahns begonnen, das ungestüme Jahr des Affen, der so viel durcheinandergewirbelt hat in der Welt, ist endlich vorbei.  Der Hahn steht dafür, dass die Kommunikation höflicher und respektvoller wird. Das wäre uns allen zu wünschen. Große Vorhaben können auf die Beine gestellt werden und haben die Chance, kraftvoll und vernünftig umgesetzt zu werden. Heißt es. Mal sehen.

 

Mein nächster Kurs mit ganz frischen, neuen Themen findet bei O’Pflanzt is statt,

 

Sonntag, 19. Februar · Heilpflanzenkurs · 11 bis 14 Uhr

Einschleuserpflanzen  *  Mistelsalbe  *  Zitronenknoblauchkur

Einschleuserpflanzen helfen unserem Körper, Stoffe besser aufzunehmen. Ein paar von ihnen werden wir genauer kennenlernen und erfahren, wie sie mit unserem Körper zusammenarbeiten können.  Liebstöckel zum Beispiel erleichtert die Eisenaufnahme des Organismus. Für Menschen, die unter Eisenmangel leiden, stellt also das „Maggi“-Kraut eine interessante Möglichkeit dar, den Mangel zu beheben.

Kochen werden wir eine Mistelsalbe, die traditionell Erfrierungen und rissige Haut heilt.

Zum Probieren gibt es diesmal etwas krass Erfrischendes: die Zitronenknoblauchkur, die uns von den Schlacken des alten Jahres befreit, den Darm reinigt, unser Immunsystem anregt, den Blutdruck reguliert und noch vieles mehr.

 

Ort: o’pflanzt is!

Kosten: 19 € / o’pflanzt is!-Mitglieder 13 €

Anmeldung: erforderlich, bitte spätestens 3 Tage vor dem Kurs bei Bettina unter krautundueben@posteo.de (www.krautundueben.net)

 

 

Newsletter Dezember 16

Ich bin immer noch in Wien, inzwischen hatten wir Premiere mit „Die Verdammten“, ein großer Erfolg ist das geworden! Das Stück, das so stark gegen den Nationalsozialismus Position bezieht, ist von der Wirklichkeit eingeholt worden und sorgt besonders hier in Wien so kurz vor den Wahlen für große Sympathiebezeugungen! Wer kommen mag, kann sich melden, dann kann ich vielleicht helfen, ein Ticket zu bekommen.
Hier ist der Teaser, den man im Internet anschauen kann:
Aber in München geht es auch wieder weiter, es gibt noch warme Plätze im Bauwagen bei O’Pflanzt zu vergeben…
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°°°4. Dezember, 11:00-14:00 bei O’Pflanzt is
Im gemütlichen Bauwagen werden wir einheizen, wer mag, kann Plätzchen mitbringen ich bringe Holunder-/Quittenpunsch mit.
MARONI sind in der Hildegardküche das Kräftigungsmittel. Es wird Edelkastanienhonig zum Probieren geben.
Wir kochen die BASISHARZSALBE, die Pflege für die Lippen und rauen Stellen, Zugsalbe und erste Hilfe bei Insektenstiche.
Wir werden die MISTEL und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten behandeln und gemeinsam über Mittel sprechen, die dabei helfen, gut durch den Winter zu kommen.
Mitglieder:13 € Nichtmitglieder 19 €
Ich freue mich auf einen besinnlichen, duftenden Kurs!
°°°Ein kleiner Ausblick für das nächste Jahr: ich habe mir viele neue KURSINHALTE ausgedacht, die ich im Rahmen des Kurses vorstellen werde. Viele haben mich angesprochen, ob und wann es wieder Kurse im Allgäu in BUCHENEGG geben wird. Und inzwischen kann ich sagen: ja, ich plane ein bis zwei Kurse im April und Mai. Mit Kräuterwanderung, der Wald wird wieder Thema sein und wir werden neue Rezepte ausprobieren. Wer generell Interesse hat, kann sich jetzt schon melden und darf sich etwas wünschen.
krautundueben@posteo.de

Fanfaren und Wälder

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Die alte Stiftsruine, wo schon Martin Luther predigte. Heute spielen wir hier Theater.

 

Nun hat der Sommer endlich mal „so richtig Fahrt aufgenommen“, wie im Radio stolz verkündet wird, als wäre es eine Leistung, zu der wir alle etwas beigetragen hätten.

Und meine Zeit bei den Festspielen geht zu Ende.

Die drei Monate in dieser kleinen, sympathisch buckeligen und krummen Stadt sind fast schon um.

Der Theaterrausch unter freiem Himmel ist bald vorbei. Abend für Abend spielen wir vor anderthalb Tausend Menschen, die meist atemlos zuhören und uns dann feiern, das ist ein Riesenerlebnis und ein Geschenk, für das ich sehr dankbar bin.

Meine kleine Wohnung werde ich bald verlassen und aus dem Hexenhäuschen aus dem 16. Jahrhundert über dem herrlichen Gemüsegarten ausziehen. Die Wohnung zeigte mir, wie wenig ich doch brauche und was ich alles weglassen kann. Vom Schreibtisch ist es jeweils ein Schritt zum Bett, in die Küche oder ins Bad, putzen dauert zehn Minuten. Zwei Kochplatten reichen und ich kann auch mit kaltem Wasser abwaschen, wenn ich den Boiler nicht anschalten will.

Mehr und mehr komme ich von dem quirligen Leben zwischen Maske und Auftritt zurück an den Schreibtisch, wo ich das Manuskript für das Buch über die Sprache der Pflanzen fertig schreibe, um es rechtzeitig abzugeben. Zwischendurch habe ich inzwischen über dreihundert Fotos für das Buch gemacht.

Ein paar Ausflüge in die wunderschöne Umgebung haben mir gezeigt, wie wenig wir doch unser Inneres schätzen: hier ist das Zentrum unseres Landes, hier wanderten die Gebrüder Grimm und schrieben unsere tradierten Geschichten auf, hier gibt es die meisten Wälder (Mischwälder von einer einzigartigen Vielfalt!) … und die Menschen gehen weg.

Wir streben an die Ränder und nach außen, Bayern, die Alpen und die Meeresküsten sind die beliebtesten Urlaubsziele hierzulande. Wir möchten in Städten wohnen und schnell viel erleben. Den Atem, die Geduld und die Bescheidenheit der Langsamkeit habe ich in den Wäldern um Bad Hersfeld herum erfahren.

Aus dem Radio kommen Schreckensnachrichten über Terror und Amokläufe. Sie werden breit diskutiert. Meiner Meinung nach verstärkt sich dadurch der angstmachende Effekt. Ja, jeder Angriff ist furchtbar. Wenn man sich aber die Statistiken anschaut, gab es in Europa seit dem Krieg nie so wenige Opfer von Terrorakten wie heute.

Wir können uns schlechter entziehen, weil es aus allen Kanälen zu uns schallt. So wie wir uns hier in Bad Hersfeld den Fanfaren nicht entziehen können, die die Theaterstücke ankündigen.

Jedesmal, wenn sie erklingen, reißen sie mich aus meinem Tun und ich denke kurz: „Oh! Ist das mein Stück, das beginnt? Muss ich spielen?“ Bis ich mich vergewissere, nein, diesmal ist es ein anderes Stück, das gezeigt wird.

So sollten uns diese furchtbaren Nachrichten vielleicht auch nur kurz beschäftigen. Wir sollten ihnen jedenfalls nicht die Macht über unser Befinden geben und in Panik verfallen, sondern das tun, was wir können, um Liebe und Toleranz zu verbreiten.

Ich packe langsam meine Koffer, klappe den Laptop zu, schalte den Fotoapparat aus und ziehe weiter.

Im Sommer gebe ich einige Kurse bei O’Pflanzt, mache einen Workshop mit den Kolumbianern für unser „El Dorado“-Projekt und dann bin ich im Herbst ab September für eine Produktion in Wien, am Josefstadt-Theater, wo das nächste Abenteuer auf mich wartet. Ich freue mich schon darauf!   

Endproben und Glyphosat

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auch ein Kreislauf: Schnecke an der Engelwurz

Während alle Fußball gucken und wir in unserem Theaterkosmos die Abgründe der Menschheit ergründen – das Stück ist sehr finster und sehr intensiv-, passieren politisch wieder brisante Dinge.

Über Glyphosat wird abgestimmt, laut Deutschlandfunk wird erwartet, dass das Mittel für weitere 18 Monate erlaubt bleiben wird. Und über ein Frackingverbot wurde entschieden. Ein Kollege hier in Hersfeld hat für Campact ein Video gegen Glyphosat gedreht, das im Netz kursiert.

Ich lese „Der große Weg hat kein Tor“ von Masanobu Fukuoka über Nahrung, Anbau, Leben von 1975. Er schreibt über seine Anbaumethode, hauptsächlich von Reis und Wintergerste, die er als „Nichts-Tun-Landwirtschaft“ beschreibt.

Den Großteil seines Lebens verbrachte er auf dem Hof seiner Eltern und vervollkommnete die Methode. Ohne zu pflügen baute er Jahr für Jahr Wintergerste und Reis an, beides säte er sogar gleichzeitig aus. Das Stroh des Getreides führte er nach der Ernte wieder dem Boden zu, als Zwischensaat säte er Weißklee. Anschließend begann der Reis, zu wachsen. Und nach der Reisernte kam auch das Reisstroh wieder auf die Felder und der Kreislauf begann von Neuem. Der Boden wurde dank des Mulchens und des Klees von Jahr zu Jahr immer besser und seine Erträge steigerten sich. Natürlich. Ohne Einsatz von Chemie selbstverständlich.

Er achtete die Kreisläufe und die Zusammenhänge und griff so wenig ein wie möglich. Die gefürchtete Reislaus hielten Spinnen im Zaum, die wiederum Frösche anlockten und so weiter. „Man könne unmöglich das Eine ohne das Andere betrachten“, sagte er. Seine Schriften sind Standardwerke der Permakultur, 2013 wurde das Buch in Deutschland vom pala-Verlag neu aufgelegt. Auch über Gemüseanbau hat er geforscht und dazu angeregt, Gemüse wie Wildpflanzen anzubauen.  Wir könnten außerdem unseren Horizont erweitern und nicht nur Gemüse zu essen, das so aussieht wie das aus dem Supermarkt, sondern auch alte, ursprüngliche Wildpflanzen in unseren Speiseplan aufnehmen. Auch nahezu alle Insekten seien essbar…

Und er beschrieb schonungslos, warum er mit seiner so erfolgreichen Methode letztlich scheitern würde. Denn anstatt darauf zu setzen und natürliche Nahrungsmittel zu produzieren, begann die Abhängigkeit von „modernen“ chemischen Mitteln. Die Industrie brachte Arbeitsplätze, das war schon damals das schlagende Argument und um die zu erhalten mussten die Produkte abgesetzt werden. Natürliche Kreisläufe spielten angesichts des Profits keine Rolle. Die Forschung war begeistert von seinen Methoden – und unterstützte ihn nicht.

Selten habe ich ein Buch so verschlungen, es ist so anschaulich und gut geschrieben und macht Lust auf die Landarbeit!

Er beschreibt ein einfaches Leben, ohne viel Fleisch. Er meint, dass ein Bauer, der nichts von Gesundheit verstünde, letztlich auch keine gesunden Nahrungsmittel herstellen könne. Und er fragt: „Was soll aus einer Gesellschaft werden, in der 95% der Bevölkerung nichts mit der Nahrungsmittelproduktion zu tun haben?“

Damit beschäftige ich mich, wenn ich mal nicht geschminkt werde und mit einem ins Gesicht geklebten Mikrofon über eine riesige Bühne renne und mit anderen Menschen zusammen auswendig gelernte Texte spreche. Manchmal ist es so absurd. Wenn wir beispielweise auf der Probebühne in dem nur angedeuteten Bühnenbild imaginäre Treppen herauf- und herabstürzen oder uns unsichtbare Requisiten reichen. Was das Publikum sehen kann, ist ja nur ein winziger Teil der Arbeit, hinter der Bühne sind zig Menschen an der Vorstellung beteiligt, um den reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Es ist ja alles live und prickelnd.

Und  – ach! – es macht Spaß!!