Oh Mai!

Engelwurz

Der Mai hatte es in sich: 3 Theater, an denen ich arbeiten konnte, neue Proben, 6 Lesungen, ein Wochenendkurs, den ich geleitet habe, viele erholsame Stunden im Zug… Jeden Morgen, wenn ich aufwache, brauche ich ein paar Sekunden, bis ich weiß, wo ich gerade bin.

Ich glaube, dadurch, dass ich eins nach dem anderen mache und eigentlich alles sehr liebe, das ich tue und zutiefst dankbar dafür bin, geht es mir erstaunlich gut! Nachts schlafen, kein Alkohol und keinen Kaffee, das hilft. Und spazieren gehen in freien Minuten. Die Wälder hier in Hessen nehmen sich meiner an und geben mir Ruhe…

 

ABER: Ich bin wieder in Bad Hersfeld und wie im letzten Jahr läuft nicht alles ganz so wie geplant…

In diesem Jahr wird der Kurs wenigstens nicht ausfallen müssen, sondern er kann einen Tag früher stattfinden. Also

 

°°°°Samstag, 10.6. 11:00-14:00 bei o‘pflanzt is!

Was ist der Unterschied zwischen schwarzem und grünen Tee und was lässt sich aus Himbeerblättern und Co. so alles machen? FERMENTIEREN ist das heutige Thema.

Das Fermentieren von Blättern für einen koffeinfreien, heimischen, schwarzen TEE ist ein interessanter Prozess. Gemeinsam werden wir einen Schritt davon zubereiten.

Außerdem widmen wir uns der Frage: wieviel Sonne ist gut für uns und unsere Kinder? Und wir sprechen in dem Zusammenhang über das für unseren Körper so wichtige VITAMIN D.

Zum Probieren gibt es eingelegtes, fermentiertes Gemüse, eine alte Form der Konservierung. Und als Ergänzung dazu liebliches Rosenwasser, da die ROSEN uns gerade mit ihrem Duft und ihrer Schönheit beschenken.

 

°°° Im Juli wird es keinen Kurs geben.

 

°°°30.6. Willingshausen

Das Künstlerdorf hat mich eingeladen, unter einem der wunderschönen „VESPERBÄUME“ im Rahmen ihrer Veranstaltung aus meinem Buch zu lesen. Wann und wo genau das stattfindet, gebe ich noch bekannt.

 

Ansonsten:  +++ spiele ich am 31.5. und 3.6. überraschenderweise am Mainfrankentheater in WÜRZBURG, wo ich bei der Produktion „BLUTHOCHZEIT“ für eine kranke Kollegin einspringe. Wer gerade in der Gegend ist, der komme!!

+++ ist am 23.6. „LUTHER – DER ANSCHLAG“- Premiere hier in Bad Hersfeld!! Es folgen etwa 23 Vorstellungen und ab dem 21.7. „HEXENJAGD“ Wiederaufnahme vom letzten Jahr.

All die Luther Vorstellungen sollen schon ausverkauft sein, Wahnsinn.

++++ am 30.7. um 11:00 werde ich im Rahmen der Festspiele auch eine LESUNG mit meinem Buch machen – im ZIRKUSZELT!

 

 

 

 

Wasserfest

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Am 2.2. war Maria Lichtmess, früher wurde es das Wasserfest genannt. Das Wasser beginnt in den Bäumen zu steigen, die Tage werden länger, das Licht kommt zurück. Dem Himmel sei Dank.

Pläne wurden geschmiedet, Mägde und Knechte konnten ihren Arbeitsplatz wechseln, vorbei waren die Arbeiten im Kunstlicht in den Stuben, die Kerzen wurden geweiht. Der letzte Weihnachtsschmuck wurde entfernt.

Ich suche ein neues Au Pair Mädchen, damit ich meinen recht komplizierten Alltag bewältigen kann, nachdem das geliebte letzte gestern ihren neuen Arbeitsplatz bei einer Firma begonnen hat.

Mein Kind war krank und schon wackeln alle Strukturen, die mühsam errichtet sind.

Das sind Herausforderungen, die zu dieser Zeit passen, in der die Weichen des Jahres gestellt werden. Für mich gilt es, die Arbeit zu verteilen. Dankbar schaue ich auf neue Theateraufgaben und außerdem: mein Buch „Die Sprache der Pflanzen und ihre Heilwirkungen“ kommt heraus, nächsten Monat schon!

Ein neuer Beruf, Autorin. Wie präsentiere ich das, was ich in endlosen Stunden in den Computer getippt hat. Interessiert es jemanden? Wie erreiche ich die Leute, denen es etwas bedeuten könnte?

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Im chinesischen Horoskop hat das Jahr des Hahns begonnen, das ungestüme Jahr des Affen, der so viel durcheinandergewirbelt hat in der Welt, ist endlich vorbei.  Der Hahn steht dafür, dass die Kommunikation höflicher und respektvoller wird. Das wäre uns allen zu wünschen. Große Vorhaben können auf die Beine gestellt werden und haben die Chance, kraftvoll und vernünftig umgesetzt zu werden. Heißt es. Mal sehen.

 

Mein nächster Kurs mit ganz frischen, neuen Themen findet bei O’Pflanzt is statt,

 

Sonntag, 19. Februar · Heilpflanzenkurs · 11 bis 14 Uhr

Einschleuserpflanzen  *  Mistelsalbe  *  Zitronenknoblauchkur

Einschleuserpflanzen helfen unserem Körper, Stoffe besser aufzunehmen. Ein paar von ihnen werden wir genauer kennenlernen und erfahren, wie sie mit unserem Körper zusammenarbeiten können.  Liebstöckel zum Beispiel erleichtert die Eisenaufnahme des Organismus. Für Menschen, die unter Eisenmangel leiden, stellt also das „Maggi“-Kraut eine interessante Möglichkeit dar, den Mangel zu beheben.

Kochen werden wir eine Mistelsalbe, die traditionell Erfrierungen und rissige Haut heilt.

Zum Probieren gibt es diesmal etwas krass Erfrischendes: die Zitronenknoblauchkur, die uns von den Schlacken des alten Jahres befreit, den Darm reinigt, unser Immunsystem anregt, den Blutdruck reguliert und noch vieles mehr.

 

Ort: o’pflanzt is!

Kosten: 19 € / o’pflanzt is!-Mitglieder 13 €

Anmeldung: erforderlich, bitte spätestens 3 Tage vor dem Kurs bei Bettina unter krautundueben@posteo.de (www.krautundueben.net)

 

 

Newsletter Dezember 16

Ich bin immer noch in Wien, inzwischen hatten wir Premiere mit „Die Verdammten“, ein großer Erfolg ist das geworden! Das Stück, das so stark gegen den Nationalsozialismus Position bezieht, ist von der Wirklichkeit eingeholt worden und sorgt besonders hier in Wien so kurz vor den Wahlen für große Sympathiebezeugungen! Wer kommen mag, kann sich melden, dann kann ich vielleicht helfen, ein Ticket zu bekommen.
Hier ist der Teaser, den man im Internet anschauen kann:
Aber in München geht es auch wieder weiter, es gibt noch warme Plätze im Bauwagen bei O’Pflanzt zu vergeben…
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°°°4. Dezember, 11:00-14:00 bei O’Pflanzt is
Im gemütlichen Bauwagen werden wir einheizen, wer mag, kann Plätzchen mitbringen ich bringe Holunder-/Quittenpunsch mit.
MARONI sind in der Hildegardküche das Kräftigungsmittel. Es wird Edelkastanienhonig zum Probieren geben.
Wir kochen die BASISHARZSALBE, die Pflege für die Lippen und rauen Stellen, Zugsalbe und erste Hilfe bei Insektenstiche.
Wir werden die MISTEL und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten behandeln und gemeinsam über Mittel sprechen, die dabei helfen, gut durch den Winter zu kommen.
Mitglieder:13 € Nichtmitglieder 19 €
Ich freue mich auf einen besinnlichen, duftenden Kurs!
°°°Ein kleiner Ausblick für das nächste Jahr: ich habe mir viele neue KURSINHALTE ausgedacht, die ich im Rahmen des Kurses vorstellen werde. Viele haben mich angesprochen, ob und wann es wieder Kurse im Allgäu in BUCHENEGG geben wird. Und inzwischen kann ich sagen: ja, ich plane ein bis zwei Kurse im April und Mai. Mit Kräuterwanderung, der Wald wird wieder Thema sein und wir werden neue Rezepte ausprobieren. Wer generell Interesse hat, kann sich jetzt schon melden und darf sich etwas wünschen.
krautundueben@posteo.de

Fanfaren und Wälder

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Die alte Stiftsruine, wo schon Martin Luther predigte. Heute spielen wir hier Theater.

 

Nun hat der Sommer endlich mal „so richtig Fahrt aufgenommen“, wie im Radio stolz verkündet wird, als wäre es eine Leistung, zu der wir alle etwas beigetragen hätten.

Und meine Zeit bei den Festspielen geht zu Ende.

Die drei Monate in dieser kleinen, sympathisch buckeligen und krummen Stadt sind fast schon um.

Der Theaterrausch unter freiem Himmel ist bald vorbei. Abend für Abend spielen wir vor anderthalb Tausend Menschen, die meist atemlos zuhören und uns dann feiern, das ist ein Riesenerlebnis und ein Geschenk, für das ich sehr dankbar bin.

Meine kleine Wohnung werde ich bald verlassen und aus dem Hexenhäuschen aus dem 16. Jahrhundert über dem herrlichen Gemüsegarten ausziehen. Die Wohnung zeigte mir, wie wenig ich doch brauche und was ich alles weglassen kann. Vom Schreibtisch ist es jeweils ein Schritt zum Bett, in die Küche oder ins Bad, putzen dauert zehn Minuten. Zwei Kochplatten reichen und ich kann auch mit kaltem Wasser abwaschen, wenn ich den Boiler nicht anschalten will.

Mehr und mehr komme ich von dem quirligen Leben zwischen Maske und Auftritt zurück an den Schreibtisch, wo ich das Manuskript für das Buch über die Sprache der Pflanzen fertig schreibe, um es rechtzeitig abzugeben. Zwischendurch habe ich inzwischen über dreihundert Fotos für das Buch gemacht.

Ein paar Ausflüge in die wunderschöne Umgebung haben mir gezeigt, wie wenig wir doch unser Inneres schätzen: hier ist das Zentrum unseres Landes, hier wanderten die Gebrüder Grimm und schrieben unsere tradierten Geschichten auf, hier gibt es die meisten Wälder (Mischwälder von einer einzigartigen Vielfalt!) … und die Menschen gehen weg.

Wir streben an die Ränder und nach außen, Bayern, die Alpen und die Meeresküsten sind die beliebtesten Urlaubsziele hierzulande. Wir möchten in Städten wohnen und schnell viel erleben. Den Atem, die Geduld und die Bescheidenheit der Langsamkeit habe ich in den Wäldern um Bad Hersfeld herum erfahren.

Aus dem Radio kommen Schreckensnachrichten über Terror und Amokläufe. Sie werden breit diskutiert. Meiner Meinung nach verstärkt sich dadurch der angstmachende Effekt. Ja, jeder Angriff ist furchtbar. Wenn man sich aber die Statistiken anschaut, gab es in Europa seit dem Krieg nie so wenige Opfer von Terrorakten wie heute.

Wir können uns schlechter entziehen, weil es aus allen Kanälen zu uns schallt. So wie wir uns hier in Bad Hersfeld den Fanfaren nicht entziehen können, die die Theaterstücke ankündigen.

Jedesmal, wenn sie erklingen, reißen sie mich aus meinem Tun und ich denke kurz: „Oh! Ist das mein Stück, das beginnt? Muss ich spielen?“ Bis ich mich vergewissere, nein, diesmal ist es ein anderes Stück, das gezeigt wird.

So sollten uns diese furchtbaren Nachrichten vielleicht auch nur kurz beschäftigen. Wir sollten ihnen jedenfalls nicht die Macht über unser Befinden geben und in Panik verfallen, sondern das tun, was wir können, um Liebe und Toleranz zu verbreiten.

Ich packe langsam meine Koffer, klappe den Laptop zu, schalte den Fotoapparat aus und ziehe weiter.

Im Sommer gebe ich einige Kurse bei O’Pflanzt, mache einen Workshop mit den Kolumbianern für unser „El Dorado“-Projekt und dann bin ich im Herbst ab September für eine Produktion in Wien, am Josefstadt-Theater, wo das nächste Abenteuer auf mich wartet. Ich freue mich schon darauf!   

Endproben und Glyphosat

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auch ein Kreislauf: Schnecke an der Engelwurz

Während alle Fußball gucken und wir in unserem Theaterkosmos die Abgründe der Menschheit ergründen – das Stück ist sehr finster und sehr intensiv-, passieren politisch wieder brisante Dinge.

Über Glyphosat wird abgestimmt, laut Deutschlandfunk wird erwartet, dass das Mittel für weitere 18 Monate erlaubt bleiben wird. Und über ein Frackingverbot wurde entschieden. Ein Kollege hier in Hersfeld hat für Campact ein Video gegen Glyphosat gedreht, das im Netz kursiert.

Ich lese „Der große Weg hat kein Tor“ von Masanobu Fukuoka über Nahrung, Anbau, Leben von 1975. Er schreibt über seine Anbaumethode, hauptsächlich von Reis und Wintergerste, die er als „Nichts-Tun-Landwirtschaft“ beschreibt.

Den Großteil seines Lebens verbrachte er auf dem Hof seiner Eltern und vervollkommnete die Methode. Ohne zu pflügen baute er Jahr für Jahr Wintergerste und Reis an, beides säte er sogar gleichzeitig aus. Das Stroh des Getreides führte er nach der Ernte wieder dem Boden zu, als Zwischensaat säte er Weißklee. Anschließend begann der Reis, zu wachsen. Und nach der Reisernte kam auch das Reisstroh wieder auf die Felder und der Kreislauf begann von Neuem. Der Boden wurde dank des Mulchens und des Klees von Jahr zu Jahr immer besser und seine Erträge steigerten sich. Natürlich. Ohne Einsatz von Chemie selbstverständlich.

Er achtete die Kreisläufe und die Zusammenhänge und griff so wenig ein wie möglich. Die gefürchtete Reislaus hielten Spinnen im Zaum, die wiederum Frösche anlockten und so weiter. „Man könne unmöglich das Eine ohne das Andere betrachten“, sagte er. Seine Schriften sind Standardwerke der Permakultur, 2013 wurde das Buch in Deutschland vom pala-Verlag neu aufgelegt. Auch über Gemüseanbau hat er geforscht und dazu angeregt, Gemüse wie Wildpflanzen anzubauen.  Wir könnten außerdem unseren Horizont erweitern und nicht nur Gemüse zu essen, das so aussieht wie das aus dem Supermarkt, sondern auch alte, ursprüngliche Wildpflanzen in unseren Speiseplan aufnehmen. Auch nahezu alle Insekten seien essbar…

Und er beschrieb schonungslos, warum er mit seiner so erfolgreichen Methode letztlich scheitern würde. Denn anstatt darauf zu setzen und natürliche Nahrungsmittel zu produzieren, begann die Abhängigkeit von „modernen“ chemischen Mitteln. Die Industrie brachte Arbeitsplätze, das war schon damals das schlagende Argument und um die zu erhalten mussten die Produkte abgesetzt werden. Natürliche Kreisläufe spielten angesichts des Profits keine Rolle. Die Forschung war begeistert von seinen Methoden – und unterstützte ihn nicht.

Selten habe ich ein Buch so verschlungen, es ist so anschaulich und gut geschrieben und macht Lust auf die Landarbeit!

Er beschreibt ein einfaches Leben, ohne viel Fleisch. Er meint, dass ein Bauer, der nichts von Gesundheit verstünde, letztlich auch keine gesunden Nahrungsmittel herstellen könne. Und er fragt: „Was soll aus einer Gesellschaft werden, in der 95% der Bevölkerung nichts mit der Nahrungsmittelproduktion zu tun haben?“

Damit beschäftige ich mich, wenn ich mal nicht geschminkt werde und mit einem ins Gesicht geklebten Mikrofon über eine riesige Bühne renne und mit anderen Menschen zusammen auswendig gelernte Texte spreche. Manchmal ist es so absurd. Wenn wir beispielweise auf der Probebühne in dem nur angedeuteten Bühnenbild imaginäre Treppen herauf- und herabstürzen oder uns unsichtbare Requisiten reichen. Was das Publikum sehen kann, ist ja nur ein winziger Teil der Arbeit, hinter der Bühne sind zig Menschen an der Vorstellung beteiligt, um den reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Es ist ja alles live und prickelnd.

Und  – ach! – es macht Spaß!!

Gründonnerstag

Jetzt aber nichts wie raus! Die ersten Kräuter sammeln, den Körper entschlacken, frische Energie tanken! Heute haben wir die erste Neunkräutersuppe des Jahres gekocht. Sie war etwas vom Bärlauch überlagert, aber wir haben schon neun Kräuter gefunden, wenn sie auch noch etwas spärlich und klein waren!

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Veilchen (als Dekoration), in die Suppe kamen Bärlauch, Brennnessel, Löwenzahn, Lungenkraut, Borretsch, Scharbockskraut, Akelei, Gundermann und Gänseblümchen

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Die nächsten Veranstaltungen:

°°°Baumheilkunde und Baumnahrung, am 9.4.16 von 10:00 bis 12:00  im ÖBZ  (ACHTUNG!)

Veranstaltet vom Netzwerk Urbane Gärten, MUZ und der Bürgerstiftung. Eintritt frei!

ACHTUNG: Anmeldung über das MUZ (Münchner Umwelt-Zentrum): muz@oebz.de  oder bei Margot Muscinelli, Tel.:089/93948971

 

°°°10. April bei O’Pflanzt is 11:00 bis 14:00: Petersilienherzwein

O’Pflanzt-Mitglieder: 13€, Nichtmitglieder:19€

 

°°°16.April bei mir in der Praxis und im Arabellapark 11:30-14:00: 9-Kräutersuppe

Eine Kräuterwanderung hier vor der Haustür!

Kosten: 20€ inkl. Suppe

 

°°°6.-8.5. Gemmotherapie und Frühlingskräuter in Buchenegg

Auf ins Allgäu im Frühling, auf den 7-Morgenhof! Die Gemmotherapie ist ein weites Feld.  Gemeinsam wollen wir Knospen ernten und verarbeiten und mit den ersten Kräutern kochen. Und wir wollen den Vögeln lauschen, ein wenig wandern, meditieren und faulenzen in der schönsten Umgebung. Kräfte tanken, Geschichten von den alten Kelten hören und einfach nur: Sein!

Kosten: 150€ pro Person, inkl. Material, Essen und Übernachtung

Fragen dazu? Schreibt mir!

 

 

 

Informationen s. Newsletter April/Mai und Anmeldungen über krautundueben@posteo.de

Esst kein Fleisch. Bitte.

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Die Natur ist alles, was uns umgibt. Ein Netzwerk, dessen Teil wir sind. Jede Handlung verändert das Ganze.

Die Zeit können wir nicht aufhalten. Nicht mit guten Worten.

Vielleicht ist es gut so, dass wir Menschen im Begriff sind, uns auszulöschen. Vielleicht sollte uns niemand aufhalten, vielleicht ist der Prozess auch nicht mehr aufzuhalten, vielleicht ist es schon längst zu spät. Die Zeiten sind unruhig, lese ich fast täglich in der Zeitung. Überall auf der Welt entstehen neue Herde, unfassbare Grausamkeiten geschehen in immer größerer Geschwindigkeit und direkt vor unseren Augen.  Die Folge sind Völkerwanderungen, gegen die es keine Deiche geben wird.

Es gibt ganze Kontinente, die sich aus purer Gier einzelner Großkonzerne ihren Boden, ihre Erde zerstören lassen. Die ihre Felder mit Chemikalien überziehen, die der Erosion nicht Einhalt gebieten, die den Hunger nach Fleisch und nach Unterhaltung weiter schüren. Wider aller Vernunft, offenen Auges. Die Gier, der Konsum, die Verführung zu einer vermeintlichen Bequemlichkeit führt dazu, dass wir uns entmündigen lassen. Wir schenken den falschen Propheten unseren Glauben, damit wir noch ein bisschen mehr Spaß haben.

Statt für unsere Nahrung, unsere Gesundheit und unser Leben selbst die Verantwortung zu übernehmen, anstatt die Konsequenzen unseres Handelns zu erkennen, benehmen wir uns wie Kinder, die sich bespaßen lassen, die noch ein bisschen mehr Süßes essen wollen, noch etwas länger fernsehen mögen und nur aus Versehen die Erde kaputtgemacht haben.

Denn wir leben alle mittlerweile unten am Fluss, dort, wohin der Dreck gespült wird, es gibt kein Entkommen.

Aber es mag sein, dass es gut ist, wenn es schnell und immer schneller zu Ende geht mit uns.  Die Apokalypse, das große Finale, ein großer Reinigungsprozess und dann folgt ein Neuanfang. Ohne uns. So wie in dem Witz: Es treffen sich ein paar Planeten und der eine sagt zur Erde: „Du siehst aber schlecht aus. Warst du krank?“ – „Ich hatte homo sapiens.“  Für die Erde sind wir nur eine kurze, schmutzige Episode.

Oder wir gehen einen Weg, der eine andere Möglichkeit darstellt. Wir können immer noch alles haben, noch ist es nicht ganz verschwunden, wir können einfach unsere Kinder an die Hand nehmen, die elektronischen Geräte einmal ausstellen und rausgehen. Ein einfaches Leben leben, Gemüse anbauen. Riechen, fühlen, schmecken und lauschen. Erde in die Hand nehmen, gute Erde, die ist kein Dreck, die lebt und die nährt uns. Und den alten Geschichten zuhören, die unsere Vorfahren noch wussten, bevor hier Schluss für uns ist.

Wir kennen die neuesten Apps, aber keine zehn Laubbäume und unsere Kinder füttern wir mit Müll. In den Supermärkten werden Verpackungen angeboten, in denen sich nahrungsähnliche Substanzen befinden, die in irgendeiner Fabrik produziert wurden. Aber vor der Nahrung, die in unserem Garten teilweise ungefragt wächst, haben wir Angst, weil uns keiner gesagt hat, dass wir Brennnesseln essen können. Im Gegenteil, wir glauben denen, die uns warnen vor selbst geernteten Pflanzen, und geben das Wissen unserer Großeltern einfach den Konzernen. Lindenblätter, Birkenblätter kann ich essen? Lieber konsumieren wir Sushi-Algen aus fernen Ländern, wo das Verfallsdatum bitte draufgedruckt ist, damit der Hersteller die Verantwortung übernimmt und wir es beizeiten, so früh wie möglich, entsorgen. Und schnell ein neues Produkt kaufen müssen.

Spaßbremse, Spielverderber, Heulsuse, Sand im Getriebe. „Wir werden doch in jedem Jahr ein paar Monate älter, so schlimm kann das mit der Umweltzerstörung doch gar nicht sein.“, sagt mein Nachbar mit der Giftspritze in der Hand, mit der er seinen Rosen Glanz auf die Blüte zaubert und den Weg in seinem Garten frei von lästigem Bewuchs hält. Und die großen Firmen säuseln in Hochglanzbroschüren von gesundem Pflanzenwachstum, wenn man ihrem genetisch und chemisch veränderten Saatgut vertraut. Dass die Insekten massenhaft sterben, ist doch auch ganz praktisch. Weniger Schmutz auf der Windschutzscheibe im Sommer. Alles hat seinen Preis.

Wenn wir uns entschließen könnten, nicht das „konventionelle“ Erzeugnis zu subventionieren und es auch nicht mehr so nennen, sondern „chemisch, mit Hilfe von Pestiziden und Herbiziden erzeugt“. Das biologische, das nachhaltig erzeugte Nahrungsmittel sollten  wir „konventionell“ nennen und subventionieren, dann könnte es sich jeder leisten und alle würden satt. Und wenn wir wenigstens an den meisten Tagen der Woche auf Fleisch verzichten würden, dann gäbe es ein gesundes Leben auch noch für unsere Kinder und KIndeskinder!

Die Fleischproduktion mit der dazu gehörenden Futtermittelherstellung ist der größte Umweltzerstörer, Verzicht auf Fleisch wäre ein erster Schritt, wahrscheinlich würde der schon ausreichen. Esst kein Fleisch! Oder wenigstens, nur ganz, ganz wenig.

Aber wie gesagt, vielleicht ist es auch alles ganz gut so.