Newsletter November

Viele Grüße aus Wien, wo ich zurzeit am Theater arbeite. In der Zuckerstadt-Steinwüste regnet es seit Tagen. Nun ja, es ist Herbst, Regen gehört dazu und außerdem kann ich es so auch recht gut aushalten, die Tage in künstlichem Licht auf Probebühnen zu verbringen, anstatt rauszugehen. Umso mehr freue ich mich aber darauf, wieder in der Erde zu wühlen und Wurzeln zu graben und duftende Salbe zu kochen…

Zwei Kurse stehen an im November, einer bei O’Pflanzt und einer im ÖBZ:

kuerbis

°°°Sonntag, 13. 11.11:00-14:00 bei O‘Pflanzt: „Kürbis, Kardentinktur……oder Beinwellsalbe“

             Wer sich anmeldet, kann sich wünschen, was wir machen!!!!_________

Da es einige Karden auf dem Gelände gibt, werden wir auch dieses Jahr eine Tinktur herstellen zur Borreliosetherapie und Immunstärkung. Außerdem setzen wir aus Weißdornfrüchten eine weitere Tinktur an, zur Stärkung des Herzens … aber auch gegen Augenringe!

Wenn das Interesse groß ist, können wir aber auch die Beinwellsalbe kochen!

Halloween ist der Beginn des keltischen Jahres. Ein paar Geschichten, Märchen rund um Ende und Neubeginn.

Passend dazu gibt es ein Kürbismus, denn Kürbisse sind laut Hildegard von Bingen „zum Essen gut – sowohl für die Kranken als auch für die Gesunden.“

Mitglieder: 13 €, Nichtmitglieder: 19 € (inklusive aller Materialien und Kostproben)

°°°Eine große Bitte habe ich: MELDET EUCH AN, WENN IHR KOMMEN WOLLT!! Auch wenn ihr es dann nicht schaffen könnt, solange ihr mich informiert, kein Problem. Aber ich muss die Chance haben, mich vorbereiten und allen etwas mitbringen zu können!! Es hat sich inzwischen eingeschlichen, einfach vorbeizukommen. Ich freue mich wirklich über jeden, der kommen mag, Am Sonntag im Oktober hatte sich niemand angemeldet, so dass ich nicht gekommen bin. Hinterher haben mich einige Leute gefragt, wo ich war… Sorry!

Anmeldung über krautundueben@posteo.de

 

°°° Samstag, 19.11. 11:00-13:00 „Winterbräuche und Bratapfelsalbe “ im ÖBZ!!

Der November war für unsere keltischen Vorfahren das Ende des alten Jahres und der Beginn des neuen. Zeit des Rückzugs und der Erneuerung. Viele unserer Weihnachtsbräuche lassen sich zurückführen auf die uralten vorchristlichen Traditionen! Welche das sind und welche Pflanzen dabei eine Rolle spielten und wie wir sie heute nach wie vor nutzen können, darüber möchte ich reden.

Unter anderem werden die Wintermaien und die Misteln zur Sprache kommen.

Kostproben wird es von der Quitte geben, dem „Baum der Schlauheit“, wie Hildegard von Bingen ihn nannte, denn im Herbst sollten wir alle unserem Körper eine „Quitten-Kur“ gönnen.

Und wir werden eine köstliche, wohltuende Heilsalbe aus einer anderen symbolträchtigen Frucht herstellen: dem Apfel, deren Zutaten sich lesen wie von einer Speisekarte…

4 € pro Person (inklusive Salbe und den Quitten-Kostproben)

ACHTUNG: Anmeldung über das MUZ (Münchner Umwelt-Zentrum): muz@oebz.de  oder bei Margot Muscinelli, Tel.:089/93948971

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Weiss

Jetzt bin ich also in Wien. Probenbeginn. Neues Stück, neues Leben, neuer Trubel, neue Leute. Eine Theaterwohnung, die so weiß ist wie ein unbeschriebenes Stück Papier. Und groß! Am ersten Abend weiß ich gar nicht, wo ich mich hinsetzen soll und renne wie eine Tanzmaus von einer Ecke zur anderen. Ein Kontrast zu meiner letzten Unterkunft in Bad Hersfeld, die alt und belebt war, umgeben von einer friedlichen Kleinstadt ohne pulsierende Verlockungen. Hier ist innen alles statisch, weiß und leer und außen lauert die wunderschöne Stadt.

mantel

Nun fahre ich am liebsten immer wieder dorthin, wo ich schon mal war. Mich beruhigt die Vorstellung, etwas schon zu kennen. Hier ist alles fremd um mich herum. Also bleibe ich erstmal lieber drinnen, ich ahne ja, dass das Draußen überwältigend ist. Aber ich liebe auch Herausforderungen und habe Spaß daran, mich in bestehende Systeme einzufügen, mich zu spiegeln in anderer Umgebung. Ich werde es ganz langsam angehen lassen, habe auch mit der Überarbeitung des Buchs genug zu tun am Schreibtisch.

Habe gut geschlafen in diesem weißen Wolkenbett im weißen Raum. Von Theatern geträumt.

Am Morgen habe ich mich gefreut, als ein winziger Käfer mir beim Yoga zugeschaut hat.

Ich blicke auf einen Hinterhof, eine kleine begrünte Dachterrasse und drei große, gefiederte Bäume, die mir sehr fremdartig vorkommen. Sie stehen zwischen Garagen, eingemauert wie große Tiere im Zoo. Keine Robinien, keine Eschen, eher großer Kolbensumach ohne Kolben. Also sie sind meine Mitbewohner hier inmitten der Stadt, wo es so wenig Grün gibt! Es heißt, Wien sei eine Steinwüste, die Hitze wird lange in den Mauern gespeichert und im Sommer ist es unerträglich heiß. Es ist fast Ende September und immer noch sehr warm. Es gibt kaum Grünflächen in meiner Umgebung, keinen Kompost, keinen Biomüll und noch nicht mal eine kleine Pflanze in der Wohnung. Als erstes kaufe ich mir einen Topf Oregano gegen die Einsamkeit.

Gleich gehen die Proben los, wir stechen in See!

Dabei wollte ich eigentlich endlich über Seifen schreiben, das wollte ich schon in Bad Hersfeld…Es liegt mir so am Herzen und ich werde die Seifenherstellung in den Kursen nächstes Jahr unbedingt aufnehmen!

Beim Packen denke ich jedes Mal daran, wie einfach es ist, wenigstens dieses Plastik zu vermeiden. Ich habe kein Shampoo, kein Duschgel und keinen Behälter für Abschminke. Sondern einfach drei Seifen, je nach Dauer des Aufenthalts kann ich sie in Stücke schneiden.  Ich habe ein wenig suchen müssen, um geeignete Produkte zu finden und bin inzwischen sehr froh über das, was ich gefunden habe. Aber, wie gesagt, im nächsten Jahr werden wir uns selbst darum kümmern…

Nun aber zunächst wieder mal Theater! Das Leben ist schön und voller Geschenke!

Der nächste Kurs in München wird am 9.Oktober stattfinden, Newsletter folgt in Kürze.